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Der Börsenspekulant: Ihr Börsennewsletter
Erleben Sie die Börsen aus der Sichtweise eines professionellen Traders
Der TradeCentre Newsletter war 1998 einer der ersten Internet-Börsenbriefe und feierte große Erfolge. In den letzten Jahren haben mich viele Leser gebeten meine Gedanken zum Börsengeschehen in ähnlicher Form wieder zu veröffentlichen. Jetzt endlich erlaubt mir die Zeit wieder einen solchen wöchentlichen Börsen-Newsletter regelmäßig zu schreiben, um Sie an meiner Sichtweise der Dinge teilhaben zu lassen. Ich verknüpfe wirtschaftliche Hintergründe mit praktischen Trading-Ansätzen. So macht die Börse Spass und Sie verstehen die Kräfte, die die Märkte bewegen.Viele Grüße Ihr Simon Betschinger
Artikel vom 27. September 2009
Das Zeitalter der Elektromobilität wird einen neuen Investitionsboom auslösen. Neue Allzeithochs im DAX stehen 2010 bevor!
Liebe Leser,als Gegenentwurf zur neoklassischen oder keyensianischen Vorstellung von Konjunkturzyklen, die eine strikte Trennung von langfristigen Wachstum und kurzfristigen Konjunkturschwankungen dogmatisierte, versucht die in den 1980er Jahren von Prescott und Kydland entwickelte Real Business Cycle Theorie einen einheitlichen Theorierahmen zu bieten. Ihr zufolge sind Konjunkturschwankungen, bildlich gesprochen, das Ergebnis schneller technologischer Veränderungen, die sich über das Investitionsverhalten durch die gesamte Ökonomie fortpflanzen.
Diese Betrachtung von Konjunkturzyklen und wirtschaftlichem Wachstum hilft uns zu verstehen welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Einführung von Elektroautos im kommenden Jahrzehnt haben wird. Bevor ich Ihnen meine Schlussfolgerung schildere, möchte ich Ihr Verständnis für die wirtschaftlichen Wachstumsprozesse durch ein brillantes Zitat von Joseph Schumpeter aus "Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie" schärfen.
"In der Tat und Wahrheit ist die kapitalistische Wirtschaft nicht stationär und kann es nicht sein. Auch dehnt sie sich nicht bloß in einer stetigen Art und Weise aus. Sie wird unaufhörlich von innen her durch neue Unternehmungen revolutioniert, das heißt durch die Einführung neuer Waren oder Produktionsmethoden oder neuer Handelsmöglichkeiten in die industrielle Struktur, wie sie in irgendeinem Augenblick existiert. Alle vorhandenen Strukturen und alle Geschäftsbedingungen sind stets in einem Prozess der Veränderung... Wirtschaftlicher Fortschritt bedeutet in der kapitalistischen Gesellschaft Aufruhr. Durch die Produktion von neuen Dingen oder durch die billigere Produktion von alten Dingen einzuheimsende Gewinnmöglichkeiten verwirklichen sich ständig und fordern neue Investitionen. Diese neuen Produkte und neue Methoden konkurrenzieren die alten Produkte und alten Methoden nicht zu gleichen Bedingungen, sondern mit einem entscheidenden Vorsprung, der für die letzteren den Tod bedeuten kann. Auf diese Weise geht der "Fortschritt" in der kapitalistischen Gesellschaft vor sich. Um zu vermeiden, dass sie unterboten wird, ist jede Unternehmung letzten Endes gezwungen, dasselbe zu tun, muss ihrerseits investieren und muss, um dies tun zu können, Teile ihrer Profite in den eigenen Betrieb wieder hineinstecken, das heißt: akkumulieren. So akkumulieren auch alle anderen. "
Kein Ökonom vor Schumpeter konnte die schöpferische Kraft des kapitalistischen Wachstumsprozess so scharfsinnig formulieren. Es gibt Bücher und Gedankengänge, die sich nach dem Lesen einer einzigen Seite fast schon wieder verflüchtigt haben. Aber dann gibt es Texte, die mit einer derartigen Brillanz und Genialität geschrieben wurden, dass sie das eigene Denken ein Leben lang prägen. Die Bücher von Schumpeter sind derartige Meisterwerke. Ich lese gerade das 1100 Seiten starke "Konjunkturzyklen". Jedes Kapitel besitzt die Kraft mein eigenes Denken zu ändern, neue Ideen und Auffassung zu entwickeln und mein Verständnis ökonomischer Sachverhalte durch das Ringen mit den Argumenten zu vertiefen.
Die bevorstehende Elektroauto-Revolution wird die Wirtschaft aus zweierlei Gründen prosperieren lassen.
Erstens bedeutet Elektromobilität einen ungemeinen Effizienz- und Produktivitätsgewinn für die westlichen Volkswirtschaften. Unter dem Einsatz weniger Ressourcen und geringerer Kosten werden PKWs und LKWs in Zukunft Personen und Waren transportieren können. Der Import von Rohöl wird drastisch zurückgehen und an dessen Stelle entsteht innerhalb unseres Landes eine komplett neue Wertschöpfungskette der Energiegewinnung und Energiespeicherung.
Zweitens, und dies ist das durchschlagende Argument, das ich bislang noch von keinem Bankhaus, in noch keiner Konjunkturanalyse und noch in keiner Zeitung gelesen habe, werden Elektroautos die gesamte ökonomische Struktur unseres Landes von innen heraus revolutionieren. Dieser Prozess des Wandels, der von der Bevölkerung ängstlich betrachtet und von der Politik unbedacht bekämpft wird, ist in die Quelle eines enorm starken Wachstumszyklus’ wie ihn die Wirtschaft seit Durchdringung der Informationstechnologie ab den 1990er Jahre nicht mehr erlebt hat. Um den Anschluss nicht zu verlieren und nicht Gefahr zu laufen von neuen, innovativen Unternehmungen verdrängt zu werden, müssen die etablierten Konzerne Milliarden von Euro in Forschung und neue Produktionsstrukturen investieren, um eine konkurrenzfähige technologische Basis für Elektroautos zu erlangen. Automobilzulieferer, die ihr Geld mit der Wertschöpfung rund um Verbrennungsmotoren verdienen, werden gezwungen sein, sich komplett neu zu erfinden. Chemiekonzerne liefern sich ein Wettrennen, um das effizienteste Verfahren zur Energiespeicherung. Dieser Prozess der Runderneuerung eines bedeutenden Anteils unserer gesamten industriellen Wertschöpfungskette wird eine Lawine von realwirtschaftlichen Investitionen ins Rollen bringen, die in letzter Konsequenz unserem Land Wachstum und Wohlstand bringen werden.
Die Investitionslawine ist bereits ins Rollen gekommen! Als Konsequenz für Aktienmärkte gibt es in meinen Augen nur eine Schlussfolgerung. 2010 wird der DAX ein neues Allzeithoch markieren. Es gibt aus makroökonomischer Perspektive überhaupt keine nennenswerten Störfeuer. Die Zinsen sind niedrig, die umlaufende Liquidität gewaltig und die Preise sind stabil. Von Inflationsdruck gibt es keine Spur. Man könnte sich – abgesehen von den politischen Entwicklungen - kaum ein besseres Umfeld wünschen. Ich weiß, dass ich hiermit eine andere Meinung als vermutlich 80% der Ökonomen einnehme, die täglich im Fernsehen und in der Zeitung Unsinn von sich geben. Es handelt sich hierbei, um eine Generation von Ökonomen, die sich mit Scheuklappen in einer Welt der mathematischen Modelle bewegen und die eigentlichen wirtschaftlichen Triebkräfte noch nie richtig verstanden haben, was nicht verwunderlich ist, denn das heutige Hochschulsystem lässt keine Zeit, um die großartigen Texte von Samuelson, Hayek oder Schumpeter aufmerksam zu studieren. Stattdessen fordern Systeme aus Differentialgleichungen die gesamte Aufmerksamkeit eines Studenten. Der viel bedeutsamere ökonomische Scharfsinn verkümmert schon in seinem Anfangsstadium.
Fazit: Der Eintritt in das Elektromobilitäts-Zeitalter wird die komplette industrielle Struktur in einen gewaltigen Anpassungsmechanismus zwingen, der eine extreme realwirtschaftliche Investitionslawine auslösen wird. Das Wirtschaftswachstum wird ab 2011 deutlich anziehen und die Aktienmärkte stehen vor einer Haussebewegung wie zu Beginn der 1990er Jahre. Diese Hausse bietet die Chance ungeahnte Vermögenszuwächse zu erzielen. Meine Vorgehensweise hierzu verfolgen Sie bitte im MasterTrader Premium-Blog.
Dow Jones im Big Picture
Der Siegeszug der Informationstechnologie, die sämtliche Sektoren der Wirtschaft durchdrang und für ein deutlichen Produktivitätssprung sorgte, verhalft den Aktienmärkten in den 1990er Jahren zu einem ungeahnten Höhenflug. Ähnliches erwartet uns im Jahrzehnt von 2010 bis 2020! Nach einer verlorenen Dekade werden nun für alle Börsianer, die sich durch zwei Jahrhundertcrahs nicht haben einschüchtern lassen, die Schmerzensgewinne verteilt.
Artikel vom 05. September 2009
Ein Pamphlet, das auch erklärt, warum der DAX auf 8000 Punkte steigen wird!
Optimismus in Asien – Untergangsstimmung in EuropaEs ist eine verrückte Zeit. Die Aktienmärkte steigen wie entfesselt und kaum jemand in der westlichen Welt will es wahrhaben. Die neue Ära der Weltwirtschaft hat längst begonnen. Während die Menschen in Europa und den USA in einer gefühlten Weltwirtschaftskrise verharren, feiern die Asiaten längst ihren eigenen Aufschwung. Die 300 Millionen Chinesen, die in den letzten 10 Jahren den Sprung in die Mittelschicht geschafft haben und sich mittlerweile Autos, Fernseher und Handys leisten können, sind vom Optimismus gepackt. Harte Arbeit lohnt sich, denn sie verbessert die eigene Lebenssituation.
Im semisozialistischen Deutschland herrscht in der Bevölkerung hingegen eine tiefe Depression. "Schaffen, schaffen, Häusle" bauen, war bei uns in Schwaben eine beliebte Redensart. Mittlerweile heißt es: "Schaffen, schaffen, Geld reicht trotzdem nicht für ein Haus". Der Staat hat sich zum erbarmungslosen Steuertyrannen aufgeschwungen, der die arbeitende Bevölkerung um 53,1% ihres Einkommens beraubt. Wenn sich Arbeit und Arbeitsanstrengung nicht mehr rentieren, resignieren die Menschen. Diese Stimmung hat sich in Deutschland schon längst in jedem entlegenen Winkel breit gemacht und deshalb reagieren die Börsianer auch so erstaunt über die steigenden Aktienmärkte. Es scheint nicht zu passen mit den persönlichen Eindrücken.
Der Schlüssel für die steigenden Notierungen ist im Export zu suchen. Die deutsche Binnenkonjunktur wird solange brachliegen bis der Staat die Bevölkerung endlich wieder von den Steuerfesseln befreit. Eine Senkung der Steuerquote auf 40% würde für einen gewaltigen wirtschaftlichen Boom sorgen. Ein gut ausgebildeter Arbeiter, Anfang 40, verdient zwischen 40.000 und 50.000 Euro Brutto. Eine Reduktion der Steuerquote um 10% würde monatliche Netto-Mehreinnahmen von etwa 400€ bedeuten. Mit Hilfe dieses Geldes könnten Autos finanziert werden oder der Kauf einer Immobilien in Angriff genommen werden. Die Konjunktur würde Flügel bekommen.
DAX-Kursziel 8000 Punkte in 2010
Als ich vor drei Monaten ein DAX-Kursziel von 6000 Punkten ausgab, erschien diese Marke noch unrealistisch weit entfernt. Mittlerweile notiert der deutsche Leitindex bei 5400 Punkten und auf einmal erscheint die 6000er Marke greifbar Nahe. Ich glaube sogar, dass wir schon 2010 im DAX wieder die 8000 Punkte angreifen werden. Das Kalkül dahinter ist einfach, aber durchschlagend.
Der DAX besteht aus internationalen Großkonzernen, die direkt vom weltweiten Konjunkturaufschwung profitieren. 2010 wird das Welt-Bruttoinlandsprodukt den Rekordwert von 2007 übersteigen. Zusätzlich sind die Märkte mit Liquidität überflutetet. Die amerikanische FED etwa hat ihre Geldbasis innerhalb eines Jahres verfünffacht. Eine Inflation in der Realwirtschaft ist bislang nur schwer vorstellbar, weil Überkapazitäten und Konkurrenzdruck die Preise niedrig halten. Betrachten Sie zum Beispiel die neuen Rabattschlachten in der Autoindustrie. Diese enorme Liquidität wird in alle inflationsneutralen Assetklassen drängen und damit auch in die Aktienmärkte.
Die ungeschickten Reparaturmaßnahmen am staatlichen Ordnungsrahmen
Querdenker sind in politischen Parteien nicht gerne gesehen. Paul Kirchhof, ein hochintelligenter Mann, kann ein Lied davon singen. Die höchsten Aufstiegschancen haben JA-Sager und Schleimer, die sich im Posten-Verteilungs-Apparat am besten einfügen. So ist es wenig verwunderlich, dass die Problemanalyse in den politischen Führungsgremien an mangelndem Scharfsinn scheitert.
Beim G-20 Sondergipfel wurde nun glücklicherweise erkannt, dass kurzfristige Anreizsysteme für Bonuszahlungen einen maßgeblichen Anteil an der Finanzkrise hatten. In fast sämtlichen Finanzinstitutionen wurden Führungskräfte mit den Renditechancen eines Unternehmers, aber dem Risikoprofil eines Angestellten ausgestattet. Wer alles gewinnen kann, ohne Gefahr zu laufen, etwas zu verlieren, wird sich ins Risiko stürzen.
Der nächste Schritt wäre, die Frage nach dem warum zu stellen, aber an diesem zweiten Denkschritt scheitert die Politik – wie eigentlich nicht anders zu erwarten. Ich werde das Problem formulieren, in der Hoffnung, dass es vielleicht irgendwann ein Politiker zu Gesicht bekommt: Unternehmenseigentümer haben in Aktiengesellschaften keine Kontrolle mehr über ihre Führungskräfte. Das ist die Quelle des ganzen Dilemmas.
Kein Eigentümer, der den Vorstandsvertrag persönlich unterschreibt, billigt ein Bonussystem, das ohne Risiko unbegrenzten Ertrag ermöglicht. Das Kernproblem ist, dass das bisherige System mit Vorstand und Aufsichtsrat vollkommen versagt hat. Der Aufsichtsrat ist in vielen Fällen kein Kontrollorgan, sondern ein dem Vorstand freundlich gesinntes Abnickorgan. Eine Tatsache die nicht verwunderlich ist. In der Frankfurter City werden häufig Vorstände und Aufsichtsräte beim gepflegten, gemeinsamen Dinner gesehen. Davon weiß wohl jeder Finanzjournalist Anekdoten zu erzählen.
Weltuntergangspropheten: Menschen mit mangelnder Bildung
Den Weltuntergangspredigern wurde in den letzten Monaten das Maul gestopft. Ich muss das so drastisch formulieren, weil sich bei diesem Thema in meinem Bauch eine kleine Portion Wut angesammelt hat. Aus irgendeinem Grund, den ich noch nicht so ganz verstehe, haben Untergangspropheten immer ähnliche Eigenschaften. Meistens trifft mangelnde Bildung auf gnadenlose Selbstüberschätzung, gepaart mit einer gehörigen Portion intellektueller Armut. Dann tragen diese Personen ihre Untergangsthesen vor und rufen die anderen Menschen zum Nachdenken auf, mit der Bemerkung, etwas erkannt zu haben, was dem Rest der Menschheit bislang vermeintlich verborgen blieb.
Liebe Untergangspropheten, seitdem die industrielle Revolution im frühen 18. Jahrhundert in England ihren Ursprung fand, wächst der weltweite Wohlstand Jahrzehnt für Jahrzehnt kontinuierlich an. Gegenüber der ersten Weltwirtschaftskrise im Jahr 1857 erleben wird gerade eine Kuschelrezession. Nach Erfindung der Lokomotive wurde England innerhalb von nur 50 Jahren mit Eisenbahnschienen überzogen. Mit der Eisenbahn war es erstmals möglich in kürzester Zeit jede Ortschaft in England zu erreichen.
Diese Verkehrsrevolution entfachte an der Börse eine riesige Spekulationsblase. Investoren steckten ihr Geld in Gesellschaften rund um den Eisenbahnbau. Das Schienennetz wuchs von Null auf über 30.000 Streckenkilometer heran. Jede größere englische Ortschaft war per Zug erreichbar. Und dann plötzlich waren alle Strecken erschlossen. Dem gegenüber stand eine gewaltige aufgeblasene Eisenbahnindustrie. Kohlewerken, Stahlwerken und anderen Manufakturen brachen die Aufträge weg als keine neuen Schienen mehr verlegt werden mussten. Hunderttausende von Arbeitern standen quasi über Nacht auf der Straße.
Konjunkturzyklen gehören zum Kapitalismus dazu. Sie sind unvermeidbar. Anders als zu Beginn früherer Weltwirtschaftskrisen in den Jahren 1857 oder 1930 stehen den ökonomischen Institutionen viel effektivere Mechanismen zur Verfügung, um Wirtschaftseinbrüche zu bekämpfen. In den 1930er Jahren gab es in den USA eine goldgedeckte Währung. Das hatte zur Folge, dass die amerikanische Notenbank den Bankenzusammenbrüchen hilflos zusehen musste. Es war nicht möglich neues Geld zu schöpfen, um den Kreditinstituten dringend benötigte Liquidität zur Verfügung zu stellen. Das Ergebnis war in den USA eine Arbeitslosenquote von bis zu 40% in der Spitze. In Deutschland trieb die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre die Menschen in die Fänge der NSDAP.
Fazit: Die Welt heute ist viel besser als sie es früher war. Das einzige war Ihren Wohlstand zerstören kann, liebe Leser, ist der weitere Anstieg der Steuerquote. Erteilen Sie den Parteien, die Deutschland zu einem semisozialistischen Staat gemacht haben, an der Wahlurne einen Denkzettel.
Artikel vom 03. Juni 2009
Das Vermächtnis des Meister-Traders
Liebe Leserdie Erbauer der Bibliothek von Alexandria wollten das Wissen der Welt an einem Ort vereinen. Die Bibliothek umfasste die bedeutendsten Schriftstücke aller Völker und nahezu die gesamten Schriftstücke der großen griechischen Denker. Als Julius Caesar 48 vor Christus in Alexandria einmarschierte, wurde die Bibliothek Opfer der Kriegshandlungen und ging in Flammen auf. 700.000 Schriftrollen wurden vernichtet und mit ihnen das Wissen von Jahrtausenden.
Eine ähnlich vernichtende Wirkung auf das Wissen über die Börse hatte die Erfindung der Computertechnologie. Während die Wall Street Spekulanten im letzten Jahrhundert noch mit geistiger Schärfe und brillanten Ideen zu überzeugen wussten, wuchs in den späten 1990er Jahren eine Generation von Tradern heran, deren Gedankenwelt auf Zahlenreihen beschränkt war. Hirn aus, Computer ein, Indikatoren berechnen, Handelssysteme programmieren, Korrelationen bestimmen, exponentielle Durchschnitte einzeichnen - ein fataler Schritt in die falsche Richtung!
Das wohl bedeutendste Konzept der Börsenspekulation wurde von Jesse Livermore entwickelt. In seinem Buch "How to Trade in Stocks", das 1940 erschien, stellt Livermore das Konzept der Pivotal Prices vor. Jesse beobachtete, dass es Schlüsselpreise gibt, die auf Kurse eine besonders starke Auswirkung haben. Als ein simples Beispiel nennt er wenn eine starke Trend-Aktie eine runde Marke wie etwa 100€ überschreitet. Diese runden Kursmarken schienen damals auf das Börsenpublikum eine berauschende Wirkung zu haben. Ich zitiere die original Worte von Jesse Livermore aus dem Jahr 1940:
- Whenever i have had the patience to wait for he market to arrive at what I call a "Pivotal Point" before I started to trade, I have always made money in my operations...Just as markets in time will give you a positive tip when to get in – if you have patience to wait – they will just as surely give you a tipp-off when to getout. "Rome was not built in a day,” an nor real movement of importance ends in one day o in one week....Many years ago I began profiting from the simplest type of Pivotal Point trades. Frequently I had observed that when a stock sold at 50, 100, 200 and even 300 , a fast and straight movement almost invariably occurred after such points wer passed. My first attempt to profit on these Pivotal Points was in the old Anaconda stock. The instant it sold at 100, I placed an order to buy 4000 shares. The order was not completed until the stock crossed 105 a few minutes later. That day it sold up about ten points more and the next day had anothter remarkable bulge. With only a few normal reactions of seven or eight points the advance continued to well over 150 in a short period of time. At no time was the Pivotal Point of 100 in danger.
Diese Aufzeichnungen von Jesse Livermore halfen mir mein eigenes System der Pivotal Points zu entwickeln. Dafür werde ich ihm mein Leben lang dankbar sein. Anders als Jesse verwende ich Nachrichten und neue Informationen, um Pivotal Points zu bestimmen. Tage mit neuen Nachrichten, die das Potenzial haben, das Angebot- und Nachfrageverhalten eines Marktes über Nacht zu ändern, nenne ich Pivotal Points. Große Wendepunkte an den Märkten werden eigentlich immer von bedeutsamen Nachrichten begleitet. Das macht Sinn, denn nur wenn viele Menschen auf einmal ihre Meinungen bezüglich eines Marktes überdenken, kann ein Trendwechsel stattfinden. Ein Pivotal Point sagt uns, dass genau jetzt mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis gehandelt werden kann, denn wenn der Pivotal Point nicht verteidigt werden kann, ist irgend etwas faul und man weiß sofort, dass man den Trade glattstellen muss.
Die aktuelle Situation im DAX aus Sicht der Pivotal Points
Der Reversal Pivotal Point im DAX wurde am 12. März markiert, als die US-Banken am Tag davor berichteten, in den ersten beiden Monaten des Jahres wieder Gewinne geschrieben zu haben. Das Crash wurde von den Banken ausgelöst und so war es nur konsequent, dass Nachrichten aus dem Bankensektor die Erholungsbewegung einleiten würden. Ich stelle dies nicht neunmalklug im Nachhinein fest, sondern ich habe diesen Pivotal Point auf den Tag genau erkennt. Lesen Sie hierzu auch meinen Eintrag im MasterTrader Blog am 11. März mit einem Kommentar zur Entwicklung der amerikanischen Märkte. Dieser Pivotal Point hat mir zu verstehen gegeben, dass ich jetzt in den Markt einsteigen muss. Seit diesem Tag trade ich konsequent auf der Longseite. Ein starker Trend wie der Haussemarkt, der seit etwa drei Monaten herrscht, wird nicht von heute auf morgen ein Ende finden. Es bedarf eines externen Grundes, eines bärischen Pivotal-Points, der derzeit noch nicht in Sichtweise ist. Schlechte Nachrichten werden positiv aufgenommen und das ist fast schon eine Garantie für weitere Kursgewinne in den nächsten Wochen.
Wie geht es nun weiter im DAX? Bis Ende des Jahres sind Kurse über 6000 Punkten möglich. Die Pleite von General Motors hat die Wirklichkeitsillusion der Crashpropheten und Pessimisten zerstört. Die Illusion bestand darin zu glauben, dass diese Krise anders sei als die Krisen zuvor. Der Untergang des Kapitalismus wurde in der Presse quasi täglich angekündigt. Ein solcher Untergangs-Glaube ist nicht angebracht. Die Kraft, die die Wirtschaft jedes Mal wieder aus dem Sumpf zieht, ist das kollektive Handeln jedes einzelnen Menschen, der in der Krise seine Ernsthaftigkeit und Arbeitsanstrengungen erhöht, um die eigene Situation zu verbessern. Diese menschliche Verhaltensweise garantiert, dass nach jeder Rezession zwangsläufig der nächste Boom eingeleitet wird.
Aus folgenden Gründen bin ich optimistisch für die weitere DAX-Entwicklung bis Jahresende! Natürlich wird zwischendrin ein sehr heftige Korrektur kommen, aber das wissen Sie ja selbst.
- China und Indien entwicklen sich zu den neuen Wachstumslokomotiven der
Weltwirtschaft. China wird 2009 etwa um 8% wachsen, Indien
voraussichtlich um 6%. Globale deutsche Konzerne wie BASF oder Siemens
werden immens von diesem Wachstum profitieren. - Die Geldmengenausweitung der FED tritt kurzfristige auf rigide
Preisstrukturen. Mehr Geld bei gleichen Produktpreisen zieht einen
Wachstumsschub nach sich. - Die kurzfristigen Zinsen sind extrem niedrig. Institutionelle
Investoren können im Geldmarkt kaum noch Renditen erzielen. Blue Chips mit
Dividendenrenditen von 6% wie E.ON sind die weitaus bessere Alternative. - Die jüngsten Konjunkturindikatoren zeigen ein Ende der Talfahrt -
genau zum richtigen Zeitpunkt! Vermutlich werden große Unternehmen die
Kurzarbeit bald wieder beenden können. Massenentlassungen bleiben uns
somit erspart.
Artikel vom 20. Mai 2009
"Der Spiegel" sorgt für einen neuen intellektuellen Tiefpunkt!
Liebe Leser,ich dachte eigentlich es ginge nicht mehr schlimmer, doch vor zwei Wochen wurde ein neuer intellektueller Tiefpunkt des wirtschaftspolitischen Feuilletons markiert. Auf dem Titelblatt von "Der Spiegel" prangerte in großen Lettern: "Warum der Kapitalismus nicht aus seinen Fehlern lernen kann." Das ist meinem Empfinden nach die schlimmste Schlagzeile überhaupt, die während der Krise gemacht wurde. Denn was eigentlich die Stärke des Kapitalismus ausmacht, wird hier als seine Schwäche verkauft. Die heutige Generation von Journalisten ist in einer wohligen Kuschelgesellschaft aufgewachsen. Es bestand nie die Notwendigkeit zum intellektuellen Kampf gegen linke Kräfte aufzurüsten. Das hat dazu geführt, dass das Verständnis der Funktionsweise unserer Wirtschaft verschwunden ist. Ich erkläre Ihnen heute warum gerade ein kapitalistisches System Fehler schonungslos aufdeckt und beseitigt.
Schumpeters gedankliches Meisterstück zum Verständnis von Rezessionen
Niemand erklärt die Funktionsweise der Wirtschaftzyklen so präzise wie Harvard Ökonom Joseph Schumpeter. Er hat uns gelehrt die Notwendigkeit und heilende Wirkung von Rezessionen zu verstehen. Die Triebkraft des Wirtschaftswachstums ist die ständige Erneuerung wirtschaftlicher Strukturen. Schumpeter zufolge entspringt die unbändige Kraft des Kapitalismus der Zerstörung veralteter industrieller Strukturen und Produktionsmechanismen, die durch neue Technologien und Produktionsabläufe ersetzten werden. Stellen Sie sich das bildlich vor: In einer Rezession werden alte Maschinen, die in den fetten Jahren eines Wirtschaftsbooms noch profitabel arbeiten konnten, plötzlich unrentabel, weil Überkapazitäten beim Angebot bestehen und auf die Preise drücken. Die Unternehmen müssen ihren Maschinenpark erneuern, um nicht aus dem Markt gedrängt zu werden. Die Rezession entfaltet ihre bereinigende Wirkung.
Ich zitiere das Original: "The fundamental impulse, that sets and keeps the capitalist engine in motion comes from new consumers’s good, the new methods of production of transportation, the news markets,…This process incessantly revolutionizes the economic structure from within, incessantly destroying the old one, incressantly creating a new one. This prozess of Creative Destruction is the essential fact about capitalism.”
Der Kapitalismus bestraft Fehler – ein Prozess der kreativen Zerstörung
Das Schumpeter’sche Konzept der kreativen Zerstörung lässt sich optimal auf die derzeitigen Entwicklungen im Bankensektor und im amerikanischen Automobilsektor übertragen. Noch 2007 war die Bankenlandschaft von Größenwahn und Spekulationsgeschäften getrieben. Die Kreditvergabe der Banken erfolgte nicht für Investitionen in Industrien, sondern größtenteils für gehebelte Kreditspekulationen an den Finanzmärkten. Das war krank und falsch. Der Kapitalismus – das genialste Wirtschaftssystem, das von Menschen je hervorgebracht wurde – zerstört solche kranken Strukturen mit einer knallharten Kompromisslosigkeit. Rezessive Phasen sind hart und schmerzvoll, aber zu Beginn des neuen Aufschwungs steht dann eine bessere und gesündere Bankenwelt. Banken werden sich wieder schwerpunktmäßig um die Finanzierung von Industrieunternehmen kümmern. Spekulationsgeschäfte mit 90% Kreditanteil werden der Vergangenheit angehören.
Ähnlich stellt sich die Situation im amerikanischen Automobilsektor dar. Die US-Autobauer, die jahrlang spritfressende Autos gebaut haben, werden für diesen Fehler nun knallhart bestraft. Sie verschwinden ganz einfach vom Markt. Die Marktanteile werden dann von Automobilkonzernen übernommen, die eine bessere Modellpolitik betrieben haben.
Fehlentwicklung werden mit knallharter Kompromisslosigkeit korrigiert
Kein anderes Wirtschaftssystem ist derart konsequent darin, Fehlentwicklungen zu korrigieren. Wenn es hingegen nach der Meinung der politischen Mehrheit ginge, würde ein Strukturwandel nie stattfinden. Dann würden immer noch 70% der Menschen auf den Äckern Landwirtschaft betreiben, weil untergehende Branchen von einer linksgerichteten Politik generell nicht toleriert werden. Dass eine untergehende Branche immer auch Kapazitäten für neue Entwicklungen freisetzt, ist eine Erkenntnis, die in den letzten Jahren offenbar abhanden gekommen ist. Darum ist die Spiegel-Schlagzeile als Hilferuf intellektuell verarmter Wirtschaftsredakteure zu begreifen. Ich empfehle dringend die Lektüre von Friedman, Hayek oder Norbert Bolz, um einen Autoren der heutigen Zeit aufzugreifen.
Der Kapitalismus sorgt für sozialen Wohlstand
Was Milton Friedman noch wortstark zu formulieren wusste, bringen inzwischen nicht einmal mehr die letzten Kämpfer für liberale Märkte, die Parteianhänger der FDP, über die Lippen. Die letzte Hochburg liberalen Denkens in Deutschland schafft es nicht Personen an die Spitze zu bringen, die den kapitalistischen und liberalen Grundgedanken klipp und klar formulieren. Dieser lautet: Es geht allen besser wenn der freiheitlich denkende Mensch nicht vom Staat in eine Zwangsjacke gepresst wird. Für diese Aussage muss mit Herzblut gestritten und gekämpft werden. Was bedeutet dies konkret:
Alle profitieren davon, wenn die Steuersätze massiv gesenkt werden. Der FDP-Vorschlag den Spitzensteuersatz auf 35% zu senken, würde für einen extrem starken wirtschaftlichen Impuls sorgen. Das Rückgrat der Wirtschaft sind Unternehmer. Unternehmer sind Menschen mit Ideen und Visionen, die mit Eigenkapital neue Firmen gründen und Mitarbeiter einstellen. Wenn nun aber jedem Unternehmer am Ende vom Tag über 50% Steuern aufgebürdet werden, dann hat dieser kein Kapital, um einen strammen Expansionskurs seiner Firmen zu finanzieren. Diese 10.000ende von kleinen Unternehmen, die 5 bis 10 Mitarbeiter beschäftigen, halten den wirtschaftlichen Kreislauf in Schwung. Und glauben Sie mir, auch wenn uns die linken Politiker immer das Gegenteil erzählen: Ein wahrhaftiger Unternehmer lebt nicht für seinen Kontostand, sondern für seine Geschäftsideen, die er damit finanzieren kann.
Und was macht die Politik? Sie jammert, dass der Mittestand kein Eigenkapital mehr hat und jammert, dass keine Autos mehr von den Premium-Autobauern gekauft werden. Dabei ist die Lösung doch so einfach: Steuern senken, was ganz einfach zu finanzieren ist, indem der ausufernde Umverteilungsstaat verschlankt wird. Dann geht es allen besser, denn es gibt gut bezahlte Arbeit!
Artikel vom 13. April 2009
Die Verwirrung der Verwirrungen und warum Autoaktien vor einer Hausse stehen!
Liebe Leser,das älteste Buch über die Börse wurde 1688 in Amsterdam veröffentlicht. Es wurde auf spanisch verfasst und hat den Titel "Confusion de Confusions". Der deutsche Titel lautet "Die Verwirrung der Verwirrungen!" Letzte Woche wurde mir dieses Buch empfohlen. Allein schon der Titel hat etwas so vielsagendes. Ich würde fast behaupten es ist die beste Beschreibung der Börse mit vier Worten. Denn genau das tut die Börse. Sie verwirrt ihre Akteure und sprengt regelmäßig jede menschliche Vorstellungskraft.
Ein kleines Rad im verwirrenden, großen Börsenkarussell sind die Bankanalysten. Genauer, die Bankanalysten und ihr Publikum. Das ist ein Thema, über das ich mich wild ereifern kann. 90% aller Bankanalysten sind Kurszielanpasser. Sie passen die fairen Werte der Aktien der Kursentwicklung an und denken sich plausibel klingende Geschichten dazu aus. Das ganze wird dann noch mit Vodoo-Mathematik garniert und auf der nächsten Investorenkonferenz werden sie den verantwortlichen Analysten mit stolz geschwellter Brust entlang schreiten sehen.
Das allein würde mich nicht stören. Nervig wird es nur wenn sich das Börsenpublikum vor diesen Analysen tief und ehrfurchtsvoll verneigt. Ganz oft erreichen mich Emails mit folgenden Aufbau: "Herr Betschinger, Sie müssen vorsichtig sein mit Praktiker. Die UniCredit errechnet einen fairen Wert von 3,50€." In der Tat, es stimmt, Uni Credit sprach vor zwei Wochen eine Verkaufsempfehlung für die Aktie von Praktiker aus mit dem Kursziel 3,50€. Die Begründung war sehr einleuchtend. Praktiker dürfte unter der deutlichen Schwäche der osteuropäischen Währungen und dem ungünstigen Wetter gelitten haben. Nicht nur Analyst, sonder auch noch Meteorologe, oder wie? Soll ich meine Praktiker jetzt voller Panik verkaufen?
Ich habe mal etwas im Archiv von Aktiencheck geblättert und nachgeschaut was UniCredit im Oktober 2007 zu Praktiker geschrieben hatte. Damals vergaben die Analysten ein Kursziel von 32 Euro. Praktiker sei in den schnell wachsenden osteuropäischen Märkten gut aufgestellt und verdiene deshalb einen Gewinnaufschlag. Aber hallo, vollkommen richtig, und nur weil in den letzten Wochen schlechtes Wetter war soll Praktiker jetzt 89% weniger Wert sein? Wohlgemerkt: Es handelt sich bei Praktiker um eine Baumarktkette, mit einem einfach zu verstehenden Geschäftsmodell, deren Umsatz vor zwei Jahren schon wie heute um die 4 Milliarden Euro Marke pendelte.
Welchen Sinn macht es also das Kursziel für die Praktiker-Aktie innerhalb von weniger als zwei Jahren um 90% zu ändern. Gar keinen Sinn, liebe Leser, das gesamte System ist Unsinn. Lesen Sie bitte "die Narren des Zufalls" von Taleb und Sie werden verstehen was ich meine. Bankanalysten sind Herdentiere, unfähig auch nur einen Schritt ohne die anderen Tiere zu gehen. Wenn die Herde nach Süden zieht, dann werden die Kursziele gesenkt und wenn die Herde wieder gen Norden marschiert, dann werden die fairen Bewertungen eben wieder angehoben.
Meine Art zu traden
Würde ich mich in die Herde einreihen, könnte ich kein Geld verdienen. Als Börsenspekulant macht man die meisten Gewinn dann, wenn man eine komplett andere Einschätzung bezüglich der Zukunft hat als das Börsenpublikum – und Recht behält. Der große Reiz der Börsenspekulation ist die intellektuelle Herausforderung die Mechanismen der Welt zu verstehen. Der Börsenspekulant muss erkennen wie ein Zahnrad in das andere greift und sich daraus eine eigene Meinung bilden.
Bei Pratiker war es nur eine Frage der Zeit bis die große Erholungsbewegung starten würde. Im Premium-Blog hatte ich die Situation der Aktie ausgiebig analysiert. Ursache für meinen Optimismus war die solide Bilanz. Insgesamt ergab sich nach Abzug der Verbindlichkeiten ein Eigenkapital in Höhe von 970 Millionen Euro. Die jüngste Abschreibung zog ich ab, dazu noch Geschäfts- und Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte. Es blieben immer noch 650 Millionen Euro übrig. Dass in den Bilanzpositionen Sachanlagen und Vorräte große Abschreibungen drohen, ist eher unwahrscheinlich. Die ganzen Waren, die im Baumarkt rumliegen, werden ja nicht von heute auf morgen wertlos, nur weil sie weniger schnell verkauft werden. Aktuell wiegt Praktiker an der Börse 280 Millionen Euro. Das bedeutet es sind immer noch mehr als 100% Kurspotenzial bis zu einer Bewertung auf Höhe des Eigenkapitals.
Um die dramatische Unterbewertung der Praktiker-Aktie wissend, musste ich nur noch den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg abwarten. Ich greife selten in fallende Messer. Ich warte auf Pivotal Points oder abgeschlossene Bodenbildungen. Der große Pivotal Point war die letzte Bilanzpressekonferenz. Praktiker-Vorstand Werner kündigt an, in diesem Jahr auch im Falle rückläufiger Umsätze eine ordentliche Ergebnis-Marge erzielen zu können. Der Rotstift wurde bei allen unnötigen Ausgaben angesetzt und auch die Investitionen wurden um 70 bis 80 Millionen Euro zurückgefahren. Überhaupt nicht nachvollziehen kann der Vorstand die negative Berichterstattung über Osteuropa. Spätestens ab 2010 dürfte das Osteuropa-Geschäft wieder deutliche Wachstumsraten verzeichnen.
Man muss doch nur die Fakten betrachten: Praktiker hat noch über 100% Kurspotenzial zum Buchwert und selbst im tiefen Krisenjahr 2009 wird der Baumarktkonzern eine ordentliche Ergebnismarge erzielen. Praktiker ist in den wachstumsstarken osteuropäischen Märkten gut aufgestellt und damit ein idealer Übernahmekandidat für einen amerikanischen Großkonzern wie Home Depot. Spekulationen, dass die Amerikaner an einem Einstieg interessiert seien, stehen schon lange im Raume.
Wenn ich von einer Aktie derart überzeugt bin, dann versuche ich hohe Positionen aufzubauen und die Gewinne laufen zu lassen. Meine Käufe bei Praktiker waren (siehe auch Chartbild)
- Kauf 6000 Praktiker zu 3,56€
- Kauf 4000 Praktiker zu 3,72€
Am Freitag ging die Aktie zu 4,95€ aus dem Handel. Ich denke nicht daran, Gewinne mitzunehmen. Der Trade wird jetzt erst richtig spannend. Ich warte auf den richtigen Zeitpunkt um die Position auf 15.000 bis 20.000 Stück aufzustocken und dann den Bullen marschieren zu lassen. Das meine ich wenn ich davon spreche, einen Bullen zu züchten. Nämlich sukzessive in steigende Kurse hinein, die Position aufzustocken. Für die weitere Durchführung des Trades verweise ich Sie auf den Premium-Blog. Big Moves make Big Money!

Meine Spekulation in den Automobilaktien besitzt immenses Kurspotenzial
Die Abwrackprämie schlägt ein wie eine Bombe - im positiven Sinne. Letzten Monat wurden in Deutschland 40% mehr Autos gekauft als noch im Jahr zuvor. Der große Erfolg dieses Konjunkturprogramms findet weltweit Nachahmer. Obama will die Abwrackprämie in den USA einführen und heute lese ich in den Nachrichten, dass auch England dem Beispiel Deutschlands folgen wird. Lesen Sie hierzu: Britische Regierung kopiert Abwrackprämie. Die allgemeinen Erwartungen sahen für den Automobilsektor in 2009 bislang dramatische Absatzeinbrüche voraus. Doch jetzt müssen wir radikal umdenken, liebe Leser. Prognosen sind schwer abzugeben, aber durch den massiven Stimulus weltweit durchgeführter Konjunkturprogramme, könnte am Ende im Automobilsektor sogar ein Wachstum stehen. Ich bin fest davon überzeugt: Die gesamte Automobilbranche wird im Gesamtjahr 2009 die extrem düsteren Analystenprognosen vermutlich meilenweit übertreffen.
Auch langfristig sieht die Perspektive nicht so schlecht aus wie sie derzeit dargestellt wird. In drei Jahren werden höchstwahrscheinlich mehr Autos verkauft werden als im Boomjahr 2007. Die Weltwirtschaft wird, angetrieben von China und Indien, weiterhin stetig wachsen. Die Marktanteile in der Automobilbranche werden dann neu verteilt sein. Welcher Automobilhersteller letztlich als Sieger hervorgehen wird, ist schwer zu sagen. Auf einer sehr guten Marktposition scheint sich Volkswagen zu befinden. Der Wolfburger Autobauer ist Marktführer in den schnell wachsenden asiatischen Märkten und besitzt als einziger deutscher Premium-Autobauer eine gute Produktpalette im Bereich der Kleinwagen.
Für die Spekulation im Automobilsektor wähle ich einen anderen Ansatz. Ich konzentriere mich auf die großen Automobilzulieferer. Dann ist es egal, ob Volkswagen, Renault oder Ford das große Rennen macht. Ein Automobilzulieferer mit einer weltweiten Kundenbasis wird auf jeden Fall davon profitieren.
Ein guter Eindruck über das Big Picture der Automobilzulieferer, bietet das Chartbild von Elringklinger. Die Aktie des schwäbischen Zulieferers verweigert sich bereits seit 6 Monaten neue Tiefs. Es macht den Eindruck als sei ein stabiler Boden gefunden. Nun sieht es so aus, dass die Bodenbildungsformation verlassen wird und sich ein neuer Aufwärtstrend etabliert. Charttechnik und fundamentale Story sprechen eine einheitliche Sprache. Und darauf kommt es an.

Ähnlich chancenreich dürfte die Aktie von Continental sein. Mit 24 Milliarden Euro Jahresumatz kann eine Absatzbelebung an diesem Zuliefergiganten quasi gar nicht vorbeigehen. Der Börsenwert von Continental beträgt mittlerweile nur noch 2,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem KUV von 0,12. Die Lage der Firmengruppe Schaeffer/Continental hat sich voerst entspannt. Schaeffler meldete letzte Woche den Abschluss erfolgreicher Verhandlungen über eine neue Kreditlinie über 1 Milliarde Euro. Derweil läuft die Resrukturierung auf Hochtouren. Schaeffler und Continental legen ihren Einkauf zusammen, um bessere Preise zu erzielen. Mitarbeiter werden entlassen, um die Kostenbasis zu senken. Mein Gefühl sagt mir, dass hier ein großer Turnaround am Laufen ist. Ich beobachte deshalb die Aktie von Continental intensiv. Und was ich sehe gefällt mir. An der oberen Spanne der Trading-Range ist derzeit kein Verkaufsdruck zu spüren. Der Ausbruch mit einer nachhaltigen Bodenbildung dürfte höchstwahrscheinlich gelingen.

Ich habe Ihnen eine kleine Auswahl meiner Trading-Ideen genannt. Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat und Sie beobachten möchten wie ich meine Ideen in meinem Trading-Depot umsetze, dann lade ich Sie herzlich ein meinen Premium-Blog zu besuchen.
Artikel vom 09. März 2009
Der große Streit zwischen Monetaristen und Neokeynesianern
Liebe Leser,Der S&P500 hat 55% seit seinem Hoch verloren – so viel wie noch nie in der Geschichte des Index – zurückgerechnet bis auf 1929. Die Medien lassen uns die freie Wahl wie wir zu Grunde gehen wollen. Entweder gibt es eine Hyperinflation mit anschließender Währungsreform oder die Welt versinkt in einer teuflischen Deflationsspirale wie in Japan. Eine zweite Weltwirtschaftskrise wie im Zeitraum 1929 bis 1933 mit Arbeitlosenquoten von über 30% wird immer häufiger als wahrscheinliche Entwicklung in den Raum geführt. Angesichts dieser tollen Aussichten möchte ich mich heute dem Thema Inflation und Geldmenge widmen.
Wie entsteht Inflation?
Darüber gibt es in der Zukunft der Ökonomen einen erbitterten Streit. Es ist der Streit der Monetaristen gegen die Neokeynesianer. Der Monetarismus geht auf Milton Friedman zurück. Friedman war überzeugt: "inflation is always and everywhere a monetary phenomenon". Mittelfristig führt eine Erhöhung der Geldmenge zwangsläufig zu einem Anstieg der Preise. Die Theorie liefert damit eine direkte Verbindung zwischen Realwirtschaft und Geldpolitik, was Friedman zu der Schlussfolgerung veranlasste, dass die Zentralbanken die Geldmenge gleichmäßig und konstant ausweiten sollten.
Die Moneratisten feierten einen verfrühten Siegeszug
Der Monetarismus fand in den 1960er und 70er Jahren eine große Anhängerschaft. Es war eine Theorie, die jeder einfach nachvollziehen konnte. Stellen Sie sich eine einsame Insel mit einem kleinen Wirtschaftskreislauf vor, auf der etwa 100 Menschen leben. Auf der Insel gehen die Menschen einfachen Tätigkeiten nach. Es gibt Fischer, Bauern, Schreiner, Holzfäller, Bäcker und so weiter. Auf der Insel gibt es den "Inseleuro" als Zahlungsmittel. Da die Insel komplett von der Außenwelt isoliert ist, bleibt die Anzahl der Euros und damit die Geldmenge immer konstant. Was würde nun passieren, wenn durch eine Geldmengeausweitung (die Notenbank der Insel wirft die Druckerpresse an) plötzlich jeder einzelne dieser Menschen das doppelte Geld zur Verfügung hätte? Ganz einfach: Da die produzierten Gütermengen immer noch dieselben sind, würde das Geld an Wert verlieren. Ein Kilo Fisch würde nun den doppelten Preis kosten. Auf der Insel herrschte Inflation.
Auch die Bundesbank bekannte sich zum Monetarismus
Eine höhere Geldmenge bedeutet höhere Inflation. Friedman konnte das in einem mathematischen Modell beweisen und war in den 70er Jahren eine Art Popstar der Ökonomie, der die Wirtschafts- und Geldpolitik vieler Staaten prägte. Auch die deutsche Bundesbank verfolgte ab 1974 das Prinzip der Geldmengensteuerung. Nur leider fiel bald schon ein Schatten über den Monetarismus. Die Theorie schien mit der Wirklichkeit nicht ganz über einzustimmen und Friedmann hatte einen wichtigen Anpassungsmechanismus übersehen. Was passiert wenn Geld im Überfluss vorhanden ist? Entweder gibt es Inflation, oder der Preis des Geldes (das ist der Zins) fällt. Genau das erleben wir seit 10 Jahren in Japan. Die Geldmenge ist riesig, dennoch gibt es keine Inflation, dafür einen Zinssatz, der in der Nähe von Null pendelt.
Die Neukeynesianer starten zum Gegenangriff
Jetzt war der Zeitpunkt der Neokeynsianer gekommen. Darunter versteht man Ökonomen, die einerseits daran glauben, dass die gesamtwirtschaftliche Nachfrage durch den Staat in Krisenzeiten stabilisiert werden sollte, aber andererseits die klassischen Angebotspolitik nicht so verteufeln, wie Keynes es tat. Die Neokeynsianer hatten eine andere Vorstellung darüber wie das Preisniveau gebildet wird als die Monetaristen. Nicht die Geldmenge allein ist dafür verantwortlich, sondern im Wesentlichen das Verhalten der Wirtschaftsakteure. Unternehmen mit einer starken Marktstellung und ohne Konkurrenz werden die Preise für ihre Produkte tendenziell erhöhen, um ihren Gewinn zu maximieren. Gewerkschaften und Arbeitnehmer streben nach höheren Lohnabschlüssen, um ihre Einkommenssituation zu verbessern. Höhere Löhne führen zu steigenden Produktionskosten, die von den Unternehmen weitergegeben werden müssen. Folglich steigen die Preise für Güter und Dienstleistungen. In diesem Modell der Preisbildung kommt die Geldmenge zunächst überhaupt nicht vor. Das hat gewaltigen Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Zentralbanken Geldpolitik betreiben sollten.
Zwei Ansätze der Zentralbanken zur Geldpolitik
Glaubt man den Monetaristen sollte die Notebank die Geldmenge etwas stärker ausweiten als die Wirtschaft wächst, so dass es zu einer leichten Inflation in der Größenordnung zwischen 1% und 2% kommt. Glaubt man hingegen den Neokeynsianern, sollte die Notebanken die Entwicklung von Inflation, Zinsen und Wirtschaftswachstum akribisch beobachten und daran ihre Zinsentscheidungen orientieren. Das geschieht weitgehend auf Basis der sogenannten "Taylor Rule". Wenn die Inflationsdaten beispielsweise deutlich über den Schätzungen der Notenbank liegen, wird sie die Zinsen erhöhen, um den Inflationsdruck abzumildern. Zinssteuerung bzw. Geldmengensteuerung sind zwei grundsätzlich verschiedene Vorgehensweisen. Heutzutage verwenden die wichtigsten Zentralbanken weltweit eine neokeynsianischen Ansatz.
Was bedeuten diese Erkenntnisse für die aktuelle Situation?
Die amerikanische Zentralbank FED weitete ihre Bilanzsumme in den letzten Monaten massiv aus, um stützend auf die Konjunktur einzuwirken. Diese Intervention dürfte langfristig zu einer deutlich höheren Geldmenge führen. Die Betonung liegt auf langfristig. Denn auch wenn die Geldbasis derzeit kräftig steigt, kann die Geldmenge zunächst sinken, weil die Banken ihre Kreditquoten massiv zurück fahren. Die Zentralbank kann direkt nur die Geldbasis kontrollieren und die Geldmenge nur indirekt über die Mindestreservesätze.
Die Angst vor einer starken Inflation ist momentan unbegründet. Die anderen Kräfte, die die Inflation niedrig halten, sind stärker. Erstens sorgt der harte internationale Wettbewerb dafür, dass Unternehmen die Preise nicht erhöhen können. Zweitens werden sich Gewerkschaften und Arbeitnehmer in der Wirtschaftskrise in Lohnverzicht üben. Und drittens verhindern die schrumpfenden Kreditvolumina, dass eine Ausweitung der Geldbasis zu einem starken Anstieg der Geldmenge führt.
Meine Schlussfolgerung: Kein zweites 1929!
Ich habe viele Argumente aufgeführt warum die Intervention der Zentralbanken vermutlich zu keiner sonderlich großen Inflation führen wird. Das wirft einen neuen Blick auf die aktuelle Finanzkrise. Die FED kann weiterhin massiv intervenieren und den Banken ihre Schrottanleihen abkaufen – finanziert durch die Druckerpresse – ohne die Gefahr einer massiven Geldentwertung auf sich zu nehmen. Für diese These spricht auch der steigende Dollar, der gegenüber dem Euro Woche für Woche an Wert gewinnt. Plötzlich wird das Finanzsystem wieder funktionieren und dann reiben sich alle verwundert die Augen. In jeder Krise gelangen die Menschen zu der Überzeugung, dass es diesmal anders sei als während der ganzen Krisen zuvor. Diesmal sei wirklich alles schlecht, diesmal sei der Untergang nur eine Frage der Zeit.
Im Grunde genommen stehen wir heutzutage viel besser da als zum Zeitpunkt der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1933. Damals war die amerikanische Notenbank noch an den Goldstandard gebunden. Das Bankensystem konnte nicht stabilisiert werden und letztendlich kollabierte das gesamte Finanzwesen. Heute, im Jahr 2009 ist die reine Bankenkrise vermutlich in ihrer globalen Tragweite noch heftiger als 1929, aber ein kompletter Kollaps des Bankensystems kann durch die Zentralbanken verhindert werden. Unser Geldsystem schützt die Realwirtschaft in gewisser Weise vor den Schockwellen der Bankenkrise. Kein Bankkunde muss Angst um seine Bankeinlagen haben. Das ist der Unterschied zu 1929 und das bestärkt mich in dem Glauben, dass die Krise ein glimpfliches Ende ohne Massenarbeitslosigkeit nehmen wird. Die Rufe nach einem neuen Goldstandard, die immer lauter werden, sind auf mangelnde Kenntnis der Geschichte zurück zu führen.
Artikel vom 23. Februar 2009
Wie wird man eigentlich Starhändler einer großen Bank?
Liebe Leser,ich kann meine Schadenfreude nicht verbergen. Der Starhändler der Deutschen Bank, Boaz Weinstein, hat allein im vierten Quartal 2008 rund 1 Milliarden Euro verzockt. Mitleid ist nicht angebracht. Die Banken sind selbst Schuld wenn sie einzelnen Personen so viele Milliarden anvertrauen, um damit zu spekulieren.
Wie wird man eigentlich Star-Händler? Mit viel Glück und Skrupellosigkeit. An der Börse besteht das Problem, dass Leistung nur sehr schwer gemessen werden kann. Der Zufallsfaktor spielt eine viel größere Rolle als sich die meisten Investmentprofis eingestehen wollen. Wenn bei der Deutschen Bank 100 Nachwuchsbroker mit dem Handel beginnen, werden mindestens etwa 20 davon sehr gute Ergebnisse präsentieren. Das entspricht einem gängigen Zufallsmuster, das auch erzeugt wird, wenn Affen mit Dartpfeilen auf den Kursteil einer Zeitung werfen und die getroffenen Wertpapiere dann gekauft werden.
Auf die Idee, dass hinter der guten Rendite der 20 Nachwuchsbroker nur Zufall stehen könnte, kommt in den Bankengremien offenbar niemand. Von diesen 20 Erfolgsbrokern schaffen im kommenden Jahr wiederum 10 eine grandiose Performance und jetzt wird es gefährlich. Nachdem der zufällige Selektionsprozess abgeschlossen ist, wurde ein neuer Starhändler geboren, der auf einmal mit Milliarden von Euro auf Kosten der Bank spekulieren darf. Nassim Taleb bezeichnete diese erfolgsverwöhnten Jungshändler als "Narren des Zufalls". Diese Jungs halten sich für wahnsinnig intelligent und unfehlbar, dabei waren sie nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Als ob das nicht schon Wahnsinn genug wäre, wird die Geschichte jetzt erst richtig heikel. Da sitzt also ein junger Mensch, der sich für unfehlbar hält, im Handelsraum einer Bank und wird prozentual an der Performance beteiligt, die er erzielt. Stellen Sie sich einmal vor ich würde Ihnen morgen 100.000€ überweisen mit dem Versprechen, dass Sie ein Jahr mit diesem Geld frei nach Lust und Laune handeln können. Am Ende des Jahres dürfen Sie die Hälfte des erzielten Gewinns behalten. Ich wäre dumm, so etwas zu tun, denn hier liegt eine asymetrische Verteilung von Risiko und Ertrag vor. Sie hätten null Risiko, denn Sie spekulieren mit meinem Geld, aber ein sehr hohes Gewinnpotenzial. Es ist klar wie Sie vorgehen würden. Sie würden volles Risiko gehen und wenn Sie Anfang Dezember immer noch keine hohe Rendite erwirtschaftet hätten, würden Sie auf hochriskante Derivate-Spekulationen umsatteln.
So bescheuert dieses Boni-System auch klingen mag, traurig wird es wenn man weiß, dass es genau so in vielen Banken praktiziert wurde und immer noch wird. Einzelne Leute bekommen die Möglichkeit extrem viel zu verdienen, ohne dafür Risiken eingehen zu müssen. Die grundlegende Regel der Finanzmärkte, die hohe Ertragswahrscheinlichkeiten unweigerlich an ein hohes Risiko knüpft, ist aus den Angeln gehoben.
Wer ist Schuld daran, dass so etwas passiert? Ich habe darauf eine klare Antwort und ich wundere mich, dass in der politischen Diskussion nicht schon längst darüber debattiert wird. Das Problem ist, dass die Eigentümer von großen Aktiengesellschaften quasi keine Kontrollgewalt und keine Aufsichtsmöglichkeiten über ihr Unternehmen haben. Das bestehende Kontrollsystem mit Aufsichtsräten und Vorstand hat sich als vollkommen untauglich erwiesen. Wenn Aufsichtsrat und Vorstand miteinander Golf spielen gehen und sich ohnehin schon seit 20 Jahren kennen, dann kann der Vorstand de fakto tun und lassen was er will.
Es ist kein Zufall, dass Aktiengesellschaft, die mehrheitlich von den Eigentümerfamilien geführt werden, eine höhere Eigenkapitalausstattung mitbringen und die Geschäftspolitik auf langfristige Wachstumsziele ausgerichtet ist. Wenn ein einzelner Großaktionär auf der HV die Aufsichtsräte weitgehend selbst bestimmen kann, dann kann er damit auch aktiv Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen. Bei einem Unternehmen wie Daimler, wo die Aktienpakete über zig Tausende kleinerer Aktionäre verteilt sind, ist es für die Eigentümer unmöglich gezielt Einfluss auf die Unternehmensführung zu nehmen. Glauben Sie auch nur ein einziger Kleinaktionär hätte für den ehemaligen Vorstand Jürgen Schrempp gigantische Aktienoptionspakete durchgewunken? Natürlich nicht.
Die Lösung liegt damit auf der Hand. Die Rechte der Aktionäre müssen demokratisiert werden. Über wichtige Punkte wie Bonisysteme und Vorstandsvergütungen sollte per elektronischer Stimmabgabe entschieden werden. Verschiedene Unternehmensvertreter schlagen Vergütungsstrukturen und Gehaltsobergrenzen vor und aus diesen Vorschlägen können die Aktionäre, also die Eigentümer, direkt abstimmen. Ich glaube mit einer solchen Gesetzesänderung wären vieler der Probleme ganz schnell gelöst. Wenn die Eigentümer entscheiden, dass ein einzelner Mitarbeiter auf keinen Fall mehr als 2 Millionen Euro verdienen darf, dann wären viele Banken mit Sicherheit solider aufgestellt als sie es heute sind.
Das Buch "Narren des Zufalls" von Nassim Taleb kann ich Ihnen übrigens wärmstens empfehlen. Ich zitiere aus dem Klappentext.
"Viele Menschen führen ihren Erfolg nur auf ihre clevere Strategie, ihre Intelligenz oder ihr Können zurück. Und wenn die Börse gerade boomt, sind die Talkshows voll mit diesen Leuten, die ihre Erfolgsrezepte an andere weitergeben.
Der Finanzexperte Nassim Nicholas Taleb ist der Meinung, dass es oft nicht Intelligenz oder gezielte Strategien sind, die den Erfolg am Finanzmarkt ausmachen. Oft sind es reines Glück und der der Zufall, die fälschlicherweise für Geschick gehalten werden. Denn die Börse ist wie russisches Roulete, und die, die Glück hatten, findet man in den Talkshows wieder, die, die Pech hatten, sind unsichtbar.
Taleb zeigt, dass wir dazu tendieren, nur die Erfolge zu sehen und Misserfolge auszublenden sowie der Schwäche nicht widerstehen können, Zusammenhänge da zu suchen, wo gar keine sind oder nicht existente Botschaften in zufälligen Ereignisse hineinzulesen. Er zeigt ebenfalls, wie man den richtigen Methoden das Risiko des Misserfolgs minimieren kann."
Artikel vom 16. Februar 2009
Eine klar formulierte Spekulationsidee für die Elektroauto-Revolution
Liebe Leser,wow, kann man da nur sagen, zurzeit werden wir mit Nachrichten konfrontiert, dass einem ganz angst und bange werden kann. Die US-Regierung spricht auf einmal von der gigantischen Summe von 2 Billionen Dollar, die notwendig sein sollen, um das Bankensystem zu stabilisieren. Bei der EU-Komission ist die Stimmung auch nicht viel besser. Industriekommissar Günter Verheugen meint sogar: "Völlig neu sind Ausmaß und Geschwindigkeit der Krise." Ganz besonders schlimm hat es Japan erwischt. Im vierten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt um 12,7%. Das sind unglaubliche Zahlen.
Die Politik wird panisch: Sinnlose weltweite Subventionen der Autoindustrie
Unter den Politikern macht sich angesichts der Katastrophenmeldungen so langsam Panik breit und das ist gefährlich. Denn wenn jetzt in der Krise ohne Sinn und Verstand riesige Schuldenberge angehäuft werden, kann das die Wirtschaft in Zukunft ebenfalls stark belasten. Besonders unangenehm fällt das kleine Rumpelstilzchen aus Frankreich, Nicolas Sarkozy, auf. Frankreich pumpt 6,5 Milliarden Euro in seine marode Automobilindustrie, mit der lautstarken Forderung, bei französischen Zulieferern zu bestellen und diese auch direkt zu unterstützen. Deutschland versucht mit der Abwrackprämie ebenfalls der Automobilbranche unter die Arme zu greifen. Aber das alles ist Unsinn, liebe Leser.
Das Problem lässt sich doch ganz einfach formulieren. Es gibt im Automobilsektor riesige Überkapazitäten. Weltweit werden zu viele Autos gebaut. Irgendein Hersteller muss über die Wupper springen, damit es den anderen Konzernen wieder gut gehen kann. Wenn jetzt jedes Land Geld in seine Autoindustrie pumpt, kostet das nur Steuergelder und die notwendige Bereinigung wird verschoben. In einem halben Jahr werden in Frankreich die nächsten Milliarden fällig. Dann muss Deutschland nachziehen, damit die deutschen Hersteller nicht ins Hintertreffen geraten und so weiter…Es wäre sinnvoller einfach den Wettbewerb entscheiden zu lassen, welche Automobilkonzerne überleben.
Die Runderneuerung in Rezessionen ist die Stärke des kapitalistischen Systems.
Was sich kalt, unsozial und knallhart anhört, ist im Grunde genommen die Stärke unseres Wirtschaftssystems und die Grundlage unseres Wohlstandes. Das kapitalistische System unterliegt einer ständigen Runderneuerung. Alles was nicht funktioniert, verschwindet vom Markt. Fehlentwicklungen werden sofort korrigiert. Ich bin ein großer Anhänger des Schumpeter’schen Konzepts der "kreativen Zerstörung". Es besagt, dass alte, behäbige Unternehmen von neuen, effizienten Firmen verdrängt werden. Das ist keine Ausnahme, sondern ein ständig stattfindender Prozess, der garantiert, dass die Wirtschaft langfristig wächst.
Als in den 1910er Jahren die Automobilindustrie zum Blühen begann, gab es eine Branche, die besonders zu leiden hatte und heftig dagegen intervenierte. Es war die Branche der Pferdekutschenbauer. Die Pferdekutschenindustrie repräsentierte einen großen Industriezweig. Holzfäller schlugen Holz aus den Wäldern und brachten es zu den Schreinereien, die es weiterverarbeiteten und schließlich an die Postkutschenbauer weiter verkauften. Es gab riesige Ranches, auf denen Pferde gezüchtet wurden. So was es verständlich, dass sich eine starke politische Lobby bildete, die darauf drängte, Pferdekutschenbauer vor der bedrohlichen Autoindustrie zu schützen.
Was sich aus heutiger Sicht skurril anhört, war damals Realität. Und genau so wird man in 50 Jahren über die Subventionen der Automobilindustrie urteilen. Wir stehen vor einem gewaltigen Strukturwandel. Die Menschheit steht unmittelbar davor, sich vom Erdöl-Zeitalter zu verabschieden. Die Zukunft gehört den Elektro- und Wasserstoffautos. Warum also verdammt noch mal stellt sich der Staat gegen diesen notwendigen Prozess der Runderneuerung einer gesamten Industrie? Vermutlich weil Politiker den Prozess der Ökonomie noch nie richtig verstanden haben und die Wähler schon gar nicht.
Sind die Energiekonzerne Gewinner der Elektroauto-Revolution?
Die RWE –Strategieabteilung gibt eine klare Marschrichtung vor. Schon im Jahr 2020 dürfte jedes vierte verkaufte Auto ein Elektroauto sein. "Elektromobilität wird sich durchsetzen. Die Zeit ist reif", sagte RWE Strategievorstand Birnbaum auf der Energiemesse E-World. Für die deutschen Versorger könnte das nach Jahren der Stagnation endlich wieder einen Wachstumsschub im deutschen Markt bedeuten. Es bedeutet eine riesige Chance für Deutschland die Ölimporte zu reduzieren und das Geld lieber in die einheimische Industrie zu stecken.
Starker Anstieg des Stromverbrauchs zu erwarten!
Wie stark wird der Stromverbrauch ansteigen, wenn 2020 etwa 2-4 Millionen Elektroautos die Straßen Deutschlands bevölkern? RWE rechnet intern mit 100 Milliarden zusätzlichen Kilowattstunden jährlich. Das entspricht in etwa 20% des heutigen Stromverbrauchs in ganz Deutschland.
Die Aktien von E.ON und RWE werden zu den großen Gewinnern gehören.
Die Aktien der Versorger sind normalerweise eher langweilig, doch durch den Finanzkrisen-Crash könnte sich die Situation schon bald ändern. Der Aktienkurs der E.ON Aktie hat sich mittlerweile mehr als halbiert. Ausländische Investoren, die Cashbestände aufbauen müssen, kommen an dem immer noch fast 50 Milliarden Euro schweren DAX-Wert nicht vorbei. So ist es zu erklären warum die Aktienkurse der Versorger immer weiter in die Tiefe gerissen werden, obwohl das Energiegeschäft eigentlich als recht krisensicher und konjunkturneutral gilt. Auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen wird E.ON mit einer KGV09e von 7 und einer Dividendenrendite von 7,7% bewertet. Bei RWE sind die Bewertungsrelationen ähnlich. Das KGV09e beträgt 8 und die Dividendenrendite 7%.
Gehebelte Zertifikate-Spekulation bietet sich nach der Bodenbildung an.
Der Crash sorgt also dafür, dass solide Value-Aktien extrem günstig zu haben sind. Was passieren wird, wenn diese günstigen Bewertungen auf einmal mit Wachstumsfantasie konfrontiert werden, ist einfach auszumalen. Es besteht die realistische Chance, dass die Versorger im kommenden Aufschwung ihre Hochs aus dem Jahr 2008 schnell wieder erreichen. Das würde ein Kurspotenzial von über 100% bedeuten. Mit einem Hebel4-Zertifikat könnte man in dieser Rallybewegung einen Kursgewinn von 400% erzielen. Mit einem aggressiv gewählten Optionsschein sogar 500% bis 1000%.
Das klingt nach einem ausgezeichneten Szenario für eine Big-Money-Spekulation. So nenne ich Spekulationen, von denen ich aus fundamentaler Überzeugung deutliche Kursgewinne erwarte. Es jetzt darum einen sinnvollen Einstieg in diese Spekulation zu finden. Dafür müssen wir die technische Situation beobachten. In das fallende Messer dieser Aktien zu greifen verbietet sich von selbst. Es gibt für gewöhnlich nur zwei Möglichkeiten sinnvoll den Einstieg nach starken Kursverlusten zu finden.
1. Bodenbildung abwarten. Ich definiere eine Bodenbildung als Sequenz dreier steigender Tiefpunkte, verbunden mit einer relativen Stärke gegenüber dem DAX.
2. Nach einem Kapitulations-Opening-Gap zugreifen. Diese Möglichkeit bestünde wenn der DAX erneut in eine starke Crashphase mit anschließender Panik kommt. Schnelle Kursverluste Richtung -10% zu Handelsbeginn wären dann ein guter Einstiegszeitpunkt.
Fazit: Ich habe ein Spekulationsszenario. Jetzt geht es darum dieses fundamentale Szenario richtig umzusetzen. Dafür bediene ich mich einem technisch orientieren Einstieg. Im MasterTrader Premium-Blog zum "Realen 100.000€ Trading-Depot" setze ich meine Trading-Ideen mit realem Geld um. Sie können beobachten wann ich kaufe und verkaufe.
Artikel vom 10. Februar 2009
Das komplette Ausmaß des Börsenzyklus und die Schicksalsfrage einer ganzen Generation
Um das komplette Ausmaß des Börsenzyklus zu begreifen, hilft ein Blick auf den amerikanischen Nasdaq-Index (Chartquelle: Bigcharts.com). Er zeigt den gesamten Zyklus eines Booms, der alle Sektoren der Wirtschaft durchdrang und zu extrem hohen Wachstumsraten führte. Zu Beginn des neuen Jahrtausends war eine Generation von Börsianern in den Aktienmärkten investiert, die an eine Zukunft uneingeschränkten Wachstums glaubten. Zu Beginn der 1980er Jahre ging der Aktienmarkt in eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung über, die sich in den 1990er Jahren extrem beschleunigte und in der größten Hausse endete, die es jemals an den Börsen gab.
Es ist leicht aus der Vogelperspektive über die damalige Aufbruchsstimmung zu urteilen und den Glauben an eine neue Epoche der Menschheit als verrückt abzutun. Wer damals nicht dabei war, kann die Masseneuphorie während der Internetrevolution kaum nachvollziehen. Eine Stil-Ikone der Technologie-Gemeinde war Ray Kurzweil. Sein Buch "Homo Sapiens” ist am besten geeignet, um die Gedanken nachzuvollziehen, die damals Millionen von Menschen bewegten. Die Internetrevolution und der Siegeszug der Computer wurde nicht nur als technische Entwicklung, sondern als eine neue Stufe der Evolution betrachet, die die bisherige Welt komplett aus den Angeln werfen würde.

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen eine Aktie, die sofort am nächsten Tag um 10% steigt. Am nächsten Tag geht es weitere 10% nach oben und am darauf folgenden Tag zeigt der Ticker erneut 10% Kursgewine. Sie freuen sich über den Gewinn und verkaufen. Doch was passiert? Auf einmal steigt die Aktie täglich um 20%. Das war die Welt der Börse von 1997 bis 2000. Ich erinnere mich noch wie ich 1998 im n-tv Videotext mißmutig auf 10% Tagesgewinn gestarrt habe. Es gab schließlich täglich Aktien, die 20%, 30% oder noch mehr zugelegt haben. Meinen höchsten Tagesgewinn erzielte ich mit der Aktie von Pacific Century Cyberworks, die über Nacht über 120% an Wert gewann. Betrachten Sie, um ein wenig die Luft der Internetrevolution zu schnuppern, das Chartbild von Yahoo ab dem Jahr 1997. Von quasi Null (splitbereinigt) stieg die Aktie empor und verhundertfachte sich mehrmals.

1998 war ich leider erst 18 Jahre alt. Ich hatte gerade erst mein Depot eröffnet und verfügte nicht über das notwendige Wissen, um von diesem Börsenrausch so zu profitieren wie es möglich gewesen wäre. Die Schicksalsfrage meiner Generation von Tradern ist schnell gestellt. Wird es es im nächsten Jahrzehnt - solange wir jung sind - noch einmal so eine Chance geben. Die Chance auf Reichtum wie er durch eine gewöhnliche Arbeit niemals möglich wäre? Welche technologische Entwicklung wird als nächstes in der Lage sein eine ganze Nation zu beflügeln und die Wirtschaft zum Abheben zu bringen? Es muss eine Technologie sein, die jetzt noch in keinem Haushalt zu finden ist.
Die Quelle wirtschaftlichen Wachstums sind große Produktivitätsschübe in der Realwirtschaft. Als die IT-Branche in dern 90er Jahren ihren Siegeszug antrat, stand in kaum einem Haushalt ein Computer. Milliarden von Computern wartet darauf verkauft zu werden. Für diese Computer musste Software entwickelt und vertrieben werden. Diese gewaltige Wachstumspotenzial setzte Milliardeninvestitionen in Fabriken, Firmen und Personal in Gang. Das Problem des Aufschwungs von 2003 bis 2008 war, dass es keine neue Technologie gab, in die es sich für Firmen lohnte massiv zu investieren. Die Folge waren Aktienrückkaufprogramme auf Rekordniveau, Firmenübernahmen und Spekulationsblasen in verschiedenen Assetklassen wie Immobilien. Wo auch sonst sollen 10 Milliarden Euro eines Großinvestors hinfließen - um eine willkürliche Größe zu nennen - wenn es in der Realwirtschaft keinen großen Investitionsbedarf für renditestarke Projekte gibt?
Welche technologische Entwicklung hat das Potenzial in jeden einzelnen Haushalt Einzug zu finden und die industrielle Struktur von Grund auf zu erneuern? Wird es der Umsteig auf eine Energiewirtschaft ohne Öl sein wenn die Massenfertigung von Elektroautos beginnt. Wird es eine Interfacetechnologie sein, die menschliche Gedanken mit Computern verknüpft oder ermöglicht der Fortschritt der Computertechnologie eine neue Form der virtuellen Realität, die es ermöglicht komplett in andere Welten einzutauchen und diese als real zu empfinden? Vorhersagen sind kaum möglich. Das einzige was an Zukunftsprognosen in der Vergangenheit richtig war, ist ihr kollektives Versagen. Als Kind hielt ich das Buch eines damaligen Visionärs in den Händern, der prophezeite, dass die olympischen Spiele 2010 auf dem Mond stattfinden würden.
Meine Trader-Generation ist gestählt von zwei harten Bärenmärkten. Der erste großen Bärenmarkt begann im Jahr 2000 und ende 2003. Die zweite große Baisse begann im Jahr 2008 und ihr Ende ist noch offen. Nach diesen zwei Bärenmärkten, die in den Geschichtsbüchern verankert sein werden, ist das breite Börsenpublikum nahezu verschwunden. Wir, lieber Leser, die Trader, die diese harte Zeit überlebt haben, sind allein unter uns. In einem neuen Aufschwung, der von realen Unternehmensgewinnen und einer neuen Vision getrieben würde, wären wir die größten Profiteure, die von Anfang an dabei sind.
Die Schicksalsfrage lautet nun also, ob wir einen solchen Börsenboom noch einmal erleben werden, bevor wir 60 Jahre alt sind und das verdiente Geld noch ausgeben können. Ich weiß es leider nicht. Ich weiß nur, dass ich das Wissen dazu habe, um einen Bullenmarkt in seiner vollen Bandbreite spielen zu können. Bald wird es ein fast ausgestorbenes Wissen sein, denn schätzungsweise 99% der Bevölkerung will mit Aktien nichts mehr zu tun haben. Die Börse ist nicht nur das Spiel der Spiele, sie ist in gewisser Weise ein Spiel des Lebens. Jede Generation erhält nur einmal die Chance an der Börse ein Vermögen zu erzielen, bevor der Zyklus von "Boom and Bust” wieder gnadenlos zuschlägt.
NEWSLETTER SERVICE
Das Bild des "Börsenspekulanten" wird im Volksmund meist mit negativen Assoziationen belegt. Dabei ist der Beruf des Spekulanten ein edler und gerechter Beruf. Der Spekulant ist ein Denker. Er beobachtet aus der Perspektive eines Falken die Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und zieht daraus seine Schlussfolgerungen. Niemand verlangt von ihm Rechenschaft. "Das Geld, das man hat, verhilft uns zu Freiheit", sagt Rousseau. Für den Spekulanten ist es die Freiheit zu denken. Morgens beginnt der Tag für ihn auf seiner großzügig angelegten Veranda. Die frühmorgenliche Sonne ist für den Spekulanten der Startschuss zu seinem spannenden Börsentag. Genüßlich schlürft er den ersten Kaffee und überfliegt die wichtigsten Tageszeitungen. Die Aktienkurse von morgen, sind die Zukunft von heute. Das große Geld verdient der Spekulant mit seiner Vision der zukünftigen Ereignisse!
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