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Der Börsenspekulant: Ihr Börsennewsletter

Erleben Sie die Börsen aus der Sichtweise eines professionellen Traders

Der TradeCentre Newsletter war 1998 einer der ersten Internet-Börsenbriefe und feierte große Erfolge. In den letzten Jahren haben mich viele Leser gebeten meine Gedanken zum Börsengeschehen in ähnlicher Form wieder zu veröffentlichen. Jetzt endlich erlaubt mir die Zeit wieder einen solchen wöchentlichen Börsen-Newsletter regelmäßig zu schreiben, um Sie an meiner Sichtweise der Dinge teilhaben zu lassen. Ich verknüpfe wirtschaftliche Hintergründe mit praktischen Trading-Ansätzen. So macht die Börse Spass und Sie verstehen die Kräfte, die die Märkte bewegen.

Viele Grüße Ihr Simon Betschinger

Artikel vom 20. Mai 2009

"Der Spiegel" sorgt für einen neuen intellektuellen Tiefpunkt!

Liebe Leser,

ich dachte eigentlich es ginge nicht mehr schlimmer, doch vor zwei Wochen wurde ein neuer intellektueller Tiefpunkt des wirtschaftspolitischen Feuilletons markiert. Auf dem Titelblatt von "Der Spiegel" prangerte in großen Lettern: "Warum der Kapitalismus nicht aus seinen Fehlern lernen kann." Das ist meinem Empfinden nach die schlimmste Schlagzeile überhaupt, die während der Krise gemacht wurde. Denn was eigentlich die Stärke des Kapitalismus ausmacht, wird hier als seine Schwäche verkauft. Die heutige Generation von Journalisten ist in einer wohligen Kuschelgesellschaft aufgewachsen. Es bestand nie die Notwendigkeit zum intellektuellen Kampf gegen linke Kräfte aufzurüsten. Das hat dazu geführt, dass das Verständnis der Funktionsweise unserer Wirtschaft verschwunden ist. Ich erkläre Ihnen heute warum gerade ein kapitalistisches System Fehler schonungslos aufdeckt und beseitigt.

Schumpeters gedankliches Meisterstück zum Verständnis von Rezessionen

Niemand erklärt die Funktionsweise der Wirtschaftzyklen so präzise wie Harvard Ökonom Joseph Schumpeter. Er hat uns gelehrt die Notwendigkeit und heilende Wirkung von Rezessionen zu verstehen. Die Triebkraft des Wirtschaftswachstums ist die ständige Erneuerung wirtschaftlicher Strukturen. Schumpeter zufolge entspringt die unbändige Kraft des Kapitalismus der Zerstörung veralteter industrieller Strukturen und Produktionsmechanismen, die durch neue Technologien und Produktionsabläufe ersetzten werden. Stellen Sie sich das bildlich vor: In einer Rezession werden alte Maschinen, die in den fetten Jahren eines Wirtschaftsbooms noch profitabel arbeiten konnten, plötzlich unrentabel, weil Überkapazitäten beim Angebot bestehen und auf die Preise drücken. Die Unternehmen müssen ihren Maschinenpark erneuern, um nicht aus dem Markt gedrängt zu werden. Die Rezession entfaltet ihre bereinigende Wirkung.

Ich zitiere das Original: "The fundamental impulse, that sets and keeps the capitalist engine in motion comes from new consumers’s good, the new methods of production of transportation, the news markets,…This process incessantly revolutionizes the economic structure from within, incessantly destroying the old one, incressantly creating a new one. This prozess of Creative Destruction is the essential fact about capitalism.”

Der Kapitalismus bestraft Fehler – ein Prozess der kreativen Zerstörung

Das Schumpeter’sche Konzept der kreativen Zerstörung lässt sich optimal auf die derzeitigen Entwicklungen im Bankensektor und im amerikanischen Automobilsektor übertragen. Noch 2007 war die Bankenlandschaft von Größenwahn und Spekulationsgeschäften getrieben. Die Kreditvergabe der Banken erfolgte nicht für Investitionen in Industrien, sondern größtenteils für gehebelte Kreditspekulationen an den Finanzmärkten. Das war krank und falsch. Der Kapitalismus – das genialste Wirtschaftssystem, das von Menschen je hervorgebracht wurde – zerstört solche kranken Strukturen mit einer knallharten Kompromisslosigkeit. Rezessive Phasen sind hart und schmerzvoll, aber zu Beginn des neuen Aufschwungs steht dann eine bessere und gesündere Bankenwelt. Banken werden sich wieder schwerpunktmäßig um die Finanzierung von Industrieunternehmen kümmern. Spekulationsgeschäfte mit 90% Kreditanteil werden der Vergangenheit angehören.

Ähnlich stellt sich die Situation im amerikanischen Automobilsektor dar. Die US-Autobauer, die jahrlang spritfressende Autos gebaut haben, werden für diesen Fehler nun knallhart bestraft. Sie verschwinden ganz einfach vom Markt. Die Marktanteile werden dann von Automobilkonzernen übernommen, die eine bessere Modellpolitik betrieben haben.

Fehlentwicklung werden mit knallharter Kompromisslosigkeit korrigiert


Kein anderes Wirtschaftssystem ist derart konsequent darin, Fehlentwicklungen zu korrigieren. Wenn es hingegen nach der Meinung der politischen Mehrheit ginge, würde ein Strukturwandel nie stattfinden. Dann würden immer noch 70% der Menschen auf den Äckern Landwirtschaft betreiben, weil untergehende Branchen von einer linksgerichteten Politik generell nicht toleriert werden. Dass eine untergehende Branche immer auch Kapazitäten für neue Entwicklungen freisetzt, ist eine Erkenntnis, die in den letzten Jahren offenbar abhanden gekommen ist. Darum ist die Spiegel-Schlagzeile als Hilferuf intellektuell verarmter Wirtschaftsredakteure zu begreifen. Ich empfehle dringend die Lektüre von Friedman, Hayek oder Norbert Bolz, um einen Autoren der heutigen Zeit aufzugreifen.

Der Kapitalismus sorgt für sozialen Wohlstand

Was Milton Friedman noch wortstark zu formulieren wusste, bringen inzwischen nicht einmal mehr die letzten Kämpfer für liberale Märkte, die Parteianhänger der FDP, über die Lippen. Die letzte Hochburg liberalen Denkens in Deutschland schafft es nicht Personen an die Spitze zu bringen, die den kapitalistischen und liberalen Grundgedanken klipp und klar formulieren. Dieser lautet: Es geht allen besser wenn der freiheitlich denkende Mensch nicht vom Staat in eine Zwangsjacke gepresst wird. Für diese Aussage muss mit Herzblut gestritten und gekämpft werden. Was bedeutet dies konkret:

Alle profitieren davon, wenn die Steuersätze massiv gesenkt werden. Der FDP-Vorschlag den Spitzensteuersatz auf 35% zu senken, würde für einen extrem starken wirtschaftlichen Impuls sorgen. Das Rückgrat der Wirtschaft sind Unternehmer. Unternehmer sind Menschen mit Ideen und Visionen, die mit Eigenkapital neue Firmen gründen und Mitarbeiter einstellen. Wenn nun aber jedem Unternehmer am Ende vom Tag über 50% Steuern aufgebürdet werden, dann hat dieser kein Kapital, um einen strammen Expansionskurs seiner Firmen zu finanzieren. Diese 10.000ende von kleinen Unternehmen, die 5 bis 10 Mitarbeiter beschäftigen, halten den wirtschaftlichen Kreislauf in Schwung. Und glauben Sie mir, auch wenn uns die linken Politiker immer das Gegenteil erzählen: Ein wahrhaftiger Unternehmer lebt nicht für seinen Kontostand, sondern für seine Geschäftsideen, die er damit finanzieren kann.

Und was macht die Politik? Sie jammert, dass der Mittestand kein Eigenkapital mehr hat und jammert, dass keine Autos mehr von den Premium-Autobauern gekauft werden. Dabei ist die Lösung doch so einfach: Steuern senken, was ganz einfach zu finanzieren ist, indem der ausufernde Umverteilungsstaat verschlankt wird. Dann geht es allen besser, denn es gibt gut bezahlte Arbeit!

Artikel vom 27. September 2009

Das Zeitalter der Elektromobilität wird einen neuen Investitionsboom auslösen. Neue Allzeithochs im DAX stehen 2010 bevor!

Liebe Leser,

als Gegenentwurf zur neoklassischen oder keyensianischen Vorstellung von Konjunkturzyklen, die eine strikte Trennung von langfristigen Wachstum und kurzfristigen Konjunkturschwankungen dogmatisierte, versucht die in den 1980er Jahren von Prescott und Kydland entwickelte Real Business Cycle Theorie einen einheitlichen Theorierahmen zu bieten. Ihr zufolge sind Konjunkturschwankungen, bildlich gesprochen, das Ergebnis schneller technologischer Veränderungen, die sich über das Investitionsverhalten durch die gesamte Ökonomie fortpflanzen.

Diese Betrachtung von Konjunkturzyklen und wirtschaftlichem Wachstum hilft uns zu verstehen welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Einführung von Elektroautos im kommenden Jahrzehnt haben wird. Bevor ich Ihnen meine Schlussfolgerung schildere, möchte ich Ihr Verständnis für die wirtschaftlichen Wachstumsprozesse durch ein brillantes Zitat von Joseph Schumpeter aus "Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie" schärfen.

"In der Tat und Wahrheit ist die kapitalistische Wirtschaft nicht stationär und kann es nicht sein. Auch dehnt sie sich nicht bloß in einer stetigen Art und Weise aus. Sie wird unaufhörlich von innen her durch neue Unternehmungen revolutioniert, das heißt durch die Einführung neuer Waren oder Produktionsmethoden oder neuer Handelsmöglichkeiten in die industrielle Struktur, wie sie in irgendeinem Augenblick existiert. Alle vorhandenen Strukturen und alle Geschäftsbedingungen sind stets in einem Prozess der Veränderung... Wirtschaftlicher Fortschritt bedeutet in der kapitalistischen Gesellschaft Aufruhr. Durch die Produktion von neuen Dingen oder durch die billigere Produktion von alten Dingen einzuheimsende Gewinnmöglichkeiten verwirklichen sich ständig und fordern neue Investitionen. Diese neuen Produkte und neue Methoden konkurrenzieren die alten Produkte und alten Methoden nicht zu gleichen Bedingungen, sondern mit einem entscheidenden Vorsprung, der für die letzteren den Tod bedeuten kann. Auf diese Weise geht der "Fortschritt" in der kapitalistischen Gesellschaft vor sich. Um zu vermeiden, dass sie unterboten wird, ist jede Unternehmung letzten Endes gezwungen, dasselbe zu tun, muss ihrerseits investieren und muss, um dies tun zu können, Teile ihrer Profite in den eigenen Betrieb wieder hineinstecken, das heißt: akkumulieren. So akkumulieren auch alle anderen. "

Kein Ökonom vor Schumpeter konnte die schöpferische Kraft des kapitalistischen Wachstumsprozess so scharfsinnig formulieren. Es gibt Bücher und Gedankengänge, die sich nach dem Lesen einer einzigen Seite fast schon wieder verflüchtigt haben. Aber dann gibt es Texte, die mit einer derartigen Brillanz und Genialität geschrieben wurden, dass sie das eigene Denken ein Leben lang prägen. Die Bücher von Schumpeter sind derartige Meisterwerke. Ich lese gerade das 1100 Seiten starke "Konjunkturzyklen". Jedes Kapitel besitzt die Kraft mein eigenes Denken zu ändern, neue Ideen und Auffassung zu entwickeln und mein Verständnis ökonomischer Sachverhalte durch das Ringen mit den Argumenten zu vertiefen.

Die bevorstehende Elektroauto-Revolution wird die Wirtschaft aus zweierlei Gründen prosperieren lassen.

Erstens bedeutet Elektromobilität einen ungemeinen Effizienz- und Produktivitätsgewinn für die westlichen Volkswirtschaften. Unter dem Einsatz weniger Ressourcen und geringerer Kosten werden PKWs und LKWs in Zukunft Personen und Waren transportieren können. Der Import von Rohöl wird drastisch zurückgehen und an dessen Stelle entsteht innerhalb unseres Landes eine komplett neue Wertschöpfungskette der Energiegewinnung und Energiespeicherung.

Zweitens, und dies ist das durchschlagende Argument, das ich bislang noch von keinem Bankhaus, in noch keiner Konjunkturanalyse und noch in keiner Zeitung gelesen habe, werden Elektroautos die gesamte ökonomische Struktur unseres Landes von innen heraus revolutionieren. Dieser Prozess des Wandels, der von der Bevölkerung ängstlich betrachtet und von der Politik unbedacht bekämpft wird, ist in die Quelle eines enorm starken Wachstumszyklus’ wie ihn die Wirtschaft seit Durchdringung der Informationstechnologie ab den 1990er Jahre nicht mehr erlebt hat. Um den Anschluss nicht zu verlieren und nicht Gefahr zu laufen von neuen, innovativen Unternehmungen verdrängt zu werden, müssen die etablierten Konzerne Milliarden von Euro in Forschung und neue Produktionsstrukturen investieren, um eine konkurrenzfähige technologische Basis für Elektroautos zu erlangen. Automobilzulieferer, die ihr Geld mit der Wertschöpfung rund um Verbrennungsmotoren verdienen, werden gezwungen sein, sich komplett neu zu erfinden. Chemiekonzerne liefern sich ein Wettrennen, um das effizienteste Verfahren zur Energiespeicherung. Dieser Prozess der Runderneuerung eines bedeutenden Anteils unserer gesamten industriellen Wertschöpfungskette wird eine Lawine von realwirtschaftlichen Investitionen ins Rollen bringen, die in letzter Konsequenz unserem Land Wachstum und Wohlstand bringen werden.

Die Investitionslawine ist bereits ins Rollen gekommen! Als Konsequenz für Aktienmärkte gibt es in meinen Augen nur eine Schlussfolgerung. 2010 wird der DAX ein neues Allzeithoch markieren. Es gibt aus makroökonomischer Perspektive überhaupt keine nennenswerten Störfeuer. Die Zinsen sind niedrig, die umlaufende Liquidität gewaltig und die Preise sind stabil. Von Inflationsdruck gibt es keine Spur. Man könnte sich – abgesehen von den politischen Entwicklungen - kaum ein besseres Umfeld wünschen. Ich weiß, dass ich hiermit eine andere Meinung als vermutlich 80% der Ökonomen einnehme, die täglich im Fernsehen und in der Zeitung Unsinn von sich geben. Es handelt sich hierbei, um eine Generation von Ökonomen, die sich mit Scheuklappen in einer Welt der mathematischen Modelle bewegen und die eigentlichen wirtschaftlichen Triebkräfte noch nie richtig verstanden haben, was nicht verwunderlich ist, denn das heutige Hochschulsystem lässt keine Zeit, um die großartigen Texte von Samuelson, Hayek oder Schumpeter aufmerksam zu studieren. Stattdessen fordern Systeme aus Differentialgleichungen die gesamte Aufmerksamkeit eines Studenten. Der viel bedeutsamere ökonomische Scharfsinn verkümmert schon in seinem Anfangsstadium.

Fazit: Der Eintritt in das Elektromobilitäts-Zeitalter wird die komplette industrielle Struktur in einen gewaltigen Anpassungsmechanismus zwingen, der eine extreme realwirtschaftliche Investitionslawine auslösen wird. Das Wirtschaftswachstum wird ab 2011 deutlich anziehen und die Aktienmärkte stehen vor einer Haussebewegung wie zu Beginn der 1990er Jahre. Diese Hausse bietet die Chance ungeahnte Vermögenszuwächse zu erzielen. Meine Vorgehensweise hierzu verfolgen Sie bitte im MasterTrader Premium-Blog.

Dow Jones im Big Picture

Der Siegeszug der Informationstechnologie, die sämtliche Sektoren der Wirtschaft durchdrang und für ein deutlichen Produktivitätssprung sorgte, verhalft den Aktienmärkten in den 1990er Jahren zu einem ungeahnten Höhenflug. Ähnliches erwartet uns im Jahrzehnt von 2010 bis 2020! Nach einer verlorenen Dekade werden nun für alle Börsianer, die sich durch zwei Jahrhundertcrahs nicht haben einschüchtern lassen, die Schmerzensgewinne verteilt.

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Das Bild des "Börsenspekulanten" wird im Volksmund meist mit negativen Assoziationen belegt. Dabei ist der Beruf des Spekulanten ein edler und gerechter Beruf. Der Spekulant ist ein Denker. Er beobachtet aus der Perspektive eines Falken die Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft und zieht daraus seine Schlussfolgerungen. Niemand verlangt von ihm Rechenschaft. "Das Geld, das man hat, verhilft uns zu Freiheit", sagt Rousseau. Für den Spekulanten ist es die Freiheit zu denken. Morgens beginnt der Tag für ihn auf seiner großzügig angelegten Veranda. Die frühmorgenliche Sonne ist für den Spekulanten der Startschuss  zu seinem spannenden Börsentag. Genüßlich schlürft er den ersten Kaffee und überfliegt die wichtigsten Tageszeitungen. Die Aktienkurse von morgen, sind die Zukunft von heute. Das große Geld verdient der Spekulant mit seiner Vision der zukünftigen Ereignisse!