TradeCentre-Newsticker
E-MAIL PASSWORT
Passwort vergessen? Hier klicken!
KOSTENLOS ANMELDEN FÜR
Börsenspiel & Probeausgaben
Neu hier? Melden Sie sich an!

Sie lesen:

Editorial Ausgabe Nr. 252

Liebe Leser,

US-Präsident Obama und seine Wirtschaftsberater haben die richtigen Lehren aus der Finanzkrise gezogen! Die konsequente Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken kann helfen, spekulative Blasen zu vermeiden. Auch wenn sie derzeit in der Öffentlichkeit verunglimpft wird, ist gegen die Spekulation an sich nichts einzuwenden. Die Spekulation ist eine Art Abenteuer und ein notwendiges Finanzierungsinstrument, um neues unerforschtes Gebiet zu betreten. Venture Capital für Biotech-Firmen, die ein neues Medikament erforschen, mag ein anschauliches Beispiel dafür sein, dass die Spekulation auf ein außergewöhnliches profitables Geschäft, das mit Risiken verbunden ist, auch für die Gesellschaft nützlich sein kann. Die  Spekulation wird erst dann zu einem gewaltigen Problem, wenn sie nicht mit Eigenkapital, sondern auf Kredit durchgeführt wird und sich damit dem Geldschöpfungsmechanismus bedient. Der Wertverfall der Subrime-Anleihen hätte nie zu einem globalen Finanzcrash geführt, wenn die Spekulation auf dem US-Häusermarkt mit Eigenkapital durchgeführt worden wäre. Lehman Brothers arbeitete 2006 mit einer Eigenkapitalquote von 3,8%. Bear Stearns sogar nur mit 3,5%. Die Spekulationstätigkeit, ohne Haftung der Spekulanten, hat die Finanzkrise erst so dramatisch gemacht.

Mit der Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken wiederholt sich die Geschichte. Die Weltwirtschaftskrise von 1930 bis 1933 wurde ebenfalls on einer zügelosen Spekulationstätigkeit auf Kredit verstärkt. 1933 führten die USA unter dem "Glass-Steagall Act” das Trennbankensystem ein, das dann 1999 wieder aufgehoben wurde. Das wirft unter dem Urteil der Geschichte kein gutes Blatt auf die Menschheit. Zwei Generationen später wurden die gleichen Fehler erneut begangen. Sobald neue Generationen die Machtzentralen besetzen, scheinen die Erfahrungswerte der alten Generationen verloren zu gehen. Wirtschaftsgeschichte wurde aus den Fakultäten der meisten Universitäten verbannt und ist wenn dann nur ein Randthema. Vielleicht ist das eine weitere Lehre, die wir aus der Finanzkrise ziehen sollten: Den gleichen Fehler zweimal zu machen kann man nur dann vermeiden, wenn die Fehler der Vergangenheit aufmerksam studiert werden.

Viel Erfolg wünscht
Simon Betschinger
NEWSLETTER SERVICE
Den wöchentlichen Leitartikel können Sie auch gratis per E-Mail beziehen.

Anmelden
Abmelden