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Editorial Ausgabe Nr. 342

Das Beispiel Japan zeigt, was passieren kann, wenn staatliche Konjunkturpakete ihre erhoffte Wirkung verfehlen. Vermutlich schon nächstes Jahr wird Japan eine doppelt so hohe Verschuldung haben wie die gesamte Wirtschaftsleistung eines Jahres. Das heißt wenn sämtliche Einnahmen der Volkswirtschaft für die Schuldentilgung verwendet würden, wären erst nach zwei Jahren alle Schulden abbezahlt. In Deutschland beträgt die Verschuldung zum BIP erst 70%. Das ist genau der Wert wo Japan Anfang der 1990er Jahre auch noch stand.

Die Geschichte Japans vergegenwärtigt, dass die Politik endlich einen Schlussstrich unter die exzessive Verschuldungspolitik ziehen muss. Es kann nur das Geld ausgegeben werden, das eingenommen wird. Alles andere entspricht einem asozialen Verhalten gegenüber den zukünftigen Generationen. Der starke Zuwachs der Linken bei den Landtagswahlen vergangenen Sonntag ist gleichbedeutend mit einem Bekenntnis zum Parasitismus. Eine große Bevölkerungsgruppe scheint es als ihr Recht anzusehen, auf Kosten der Allgemeinheit und der zukünftigen Generationen zu leben. Mir macht dieser unerträgliche Egoismus der Linken große Sorgen.

Eine Art Fluch scheint über erfolgreichen Unternehmerfamilien zu liegen. In der ersten Generation wird das Vermögen aufgebaut, in der zweiten wird es verwaltet und in der dritten Generation wird es verspielt. Dass Madeleine Schickedanz als Quelle-Erbin ihr einst auf 3,9 Milliarden Euro geschätztes Vermögen komplett verzockt hat, ist der Sache nach nicht verwunderlich, lediglich die Schnelle mag überraschen. Aus moralischer Sicht hat Frau Schickedanz in meinen Augen jedoch lobenswert gehandelt.

Im Oktober 2008 akzeptierte sie eine Bürgschaft auf ihr Privatvermögen, um Arcandor vor der Insolvenz zu retten und alle Arbeitsplätze zu erhalten. Beschämend in diesem Fall ist wie die Gesellschaft mit der Unternehmerin umgeht. Von Arbeitern und Politikern erntet sie nur Häme und Spott. Vermutlich würde sie gesellschaftlich und finanziell besser dastehen, hätte sie KarstadtQuelle schon viel früher einfach über die Klinge springen lassen. Die daraus abgeleitete Empfehlung für Unternehmer, ist ein Armutszeugnis der bürgerlichen Weltanschauung.

Viele Grüße
Simon Betschinger
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