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Editorial Ausgabe Nr. 345

Liebe Leser,

Volkswagen gab heute Morgen bekannt, den Autoabsatz in China von Januar bis September um 37 Prozent auf 1.061.964 Fahrzeuge gesteigert zu haben. Das ist keine gewöhnliche Unternehmensnachricht, sondern der Vorbote einer neuen Weltordnung. Seit nun mehr als einem Jahr betone ich beharrlich, dass 2010 bis 2020 das goldene Jahrzehnt der Weltwirtschaft wird. Auch meine Prognose, dass der DAX 2010 ein neues Allzeithoch über 8000 Punkten markieren wird, halte ich immer noch voller Überzeugung aufrecht. Solche Erfolgsnachrichten wie von Volkswagen machen offensichtlich warum: China und Indien sind zu riesigen Volumenmärkten herangewachsen, die den deutschen Technologieführern in vielen Branchen gigantische Absatzchancen eröffnen.

In dieser neuen Weltordnung sind die meisten Marktkommentatoren geistig noch nicht angekommen. In den letzten Wochen wurden die Äußerungen der Bären immer aggressiver. Stefan Wolff vom ARD Börsenstudio schrieb von einer Deppenrally, andere Kommentatoren bezeichnen die Aktienkäufer als Dummköpfe oder sprechen von irrationalen Preisblasen. Eines eint diese bärischen Berichtserstatter: Komplette Ahnungslosigkeit von Wirtschaft, Kapitalismus und Börse, denn nicht einmal den Kern ihrer pessimistischen Denkweise haben sie erkannt. Wer eine düstere Zukunftsprognose aufstellt, kann dies eigentlich nur mit einer dauerhaften Unterauslastung begründen. Was ist darunter zu verstehen?

Abseits der monetären Sphäre existiert in der Realwirtschaft ein Produktionsapperat. Das sind zum Beispiel Fabriken und Maschinen. Dieser weltweite Produktionsapperat erzielte im Jahr 2007 seinen vorläufigen Rekordausstoß, dann kam die Finanzkrise dazwischen und der extreme Pessimismus lähmte für einige Monate die gesamte Wirtschaft. Nun wird mir aber jeder überstimmen, dass die Menschheit kein technologisches Wissen verloren hat. Wer für die gesamte Wirtschaft pessimistisch ist, muss also begründen, warum die Maschinen und Fabriken dieser Welt, die ständig runderneuert und verbessert werden, nicht mehr ausgelastet werden können. Aber dies kann rational nicht begründet werden und darum ist jeder Pessimismus falsch. Der Trend zeigt nach oben und nichts wird den Wachstumsdrang nach Beendigung der Finanzkrise  aufhalten können.

Viele Grüße
Simon Betschinger
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