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Editorial Ausgabe Nr. 349

Bisher war ich eigentlich immer fest davon überzeugt, dass die Bedrohung der wirtschaftlichen Entwicklung durch den Sozialismus erst ab 2020 ein Problem wird, wenn der Wachstumsimpuls der sich schnell entwickelnden asiatischen Märkte nachlässt. Aber das Beispiel Griechenland bringt auf einmal ein erschreckendes Alternativszenario ans Licht. Griechenland wird von einer sozialistischen Regierung geführt und ist in seinem ganzen Verwaltungsapparat von Bestechlichkeit und Korruption durchzogen. Dass sozialistische Wirtschaftssysteme mit hohen Staatsquoten nicht funktionieren können, wissen wir nur zu gut aus der Geschichte. Wenn die Griechen den Sozialismus wollen, könnte uns das eigentlich egal sein, aber über den Euro hängen wir eben auch mit drin im Schlamassel. Mit einer eigenen Währung wäre für Griechenland alles halb so schlimm. Die Notenbank müsste lediglich ein wenig Geld drucken und der Staat könnte sich über Seignorage auf Kosten einer kleinen Inflation die Kasse füllen. Nur spielt bei diesem Spiel die EZB nicht mit und so ist Griechenland mit der Realität einer 1,3-fachen Verschuldung zum BIP konfrontiert. Eine Schuldensituation, aus der es ohne starkes Wirtschaftswachstum kein Entrinnen gibt.

Die Ratingagentur Fitsch stufte heute ihr Bonitätsrating für Griechenland auf "BBB+” zurück. Das sorgte an den Finanzmärkten für kräftigen Wirbel. Die Rendite zehnjähriger Anleihen erhöhte sich auf 5,3%. Wenn Griechenland neue Kredite aufnehmen will, müssen diese nun deutlich höher verzinst werden als zum Beispiel von Deutschland. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein bis von irgendwelchen sozialistisch angehauchten Politikern in Deutschland der Vorschlag kommen wird, eine Art "Stabilisierungsfonds” für Griechenland zu gründen, was den Marsch in den Sozialismus nur noch beschleunigen würde. Aus der Sicht eines Spekulanten folgere ich aus den jüngsten Entwicklungen, dass es die richtige Zeit sein dürfte, ein Dollar-Bulle zu werden. Das kapitalistische System in Amerika wird kommendes Jahrzehnt deutlich höhere Wachstumsraten erzielen als unsere semisozialistische Marktwirtschaft in Europa - dessen bin ich mir sicher. Zudem haben die Amerikaner das Glück wachsender Bevölkerungszahlen. Das Widerstarken der USA wird dem Dollar meiner Einschätzung nach schon kommendes Jahr Flügel verleihen.

Viele Grüße
Simon Betschinger
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