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Die Philosophie

So ist unsere Sicht der Börse

Am Aktienmarkt können Sie unendlich viele Fehler begehen und nicht einmal, wenn Sie alle begangen haben, werden Sie ein System gefunden haben, mit dem Sie sicher Gewinne erzielen können. Ein solches zu finden, ist wie die Suche nach dem heiligen Gral. Der Mythos bleibt ewig bestehen, wird aber ständig von Misserfolg und Enttäuschungen begleitet sein. Die Preisbildung an den Finanzmärkten erfolgt alleine aus Angebot und Nachfrage. Hinter diesem Axiom der Wirtschaftswissenschaften verbergen sich letztendlich tausende von Marktteilnehmern, deren Entscheidungen manchmal rational und für Außenstehende nicht ersichtlich, manchmal aber auch vollkommen irrational bedingt sind. Ein starre Methodik oder eine alleinige fundamentale Betrachtung kann nicht zum gewünschten Ergebnis führen, weil die Menschen auf unterschiedliche Situation immer unterschiedlich reagieren.

Die Börse ist ein Platz, auf dem sich viele intelligente Menschen treffen, um unglaublich dumme Dinge zu tun. Es hat den Anschein, dass eine Investment-Methode erst dann reizvoll erscheint, wenn sie unverständlich und objektiv betrachtet absurd ist. Besonders im Bereich der technischen Analyse werden so viele methodische Fehler begangen, dass ich allein mit deren Aufzählung ein ganzes Buch füllen könnte. Egal ob es sich um Elliott Waves handelt, der Analyst versucht aus Indikatorkonstellationen eine zukünftige Entwicklung herzuleiten oder ob die Astrologie für Börsenprognosen missbraucht wird; ein zentraler Punkt ist bei allen Analyse-Methoden, dass wiederkehrende Muster irrtümlicher Weise als Ursache für Kursbewegungen interpretiert werden. Ursache und Wirkung werden verwechselt und zu einer sinnlosen Analyse zusammengesetzt. Ich möchte Ihnen dafür ein eindrucksvolles Beispiel nennen:

Sind sie beim Autofahren schon einmal auf die Idee gekommen, dass die Tachonadel für die momentane Geschwindigkeit verantwortlich sein könnte? Vermutlich nicht. Sie wissen, dass das Auto fährt, weil Sie das Gaspedal drücken und dem Motor dadurch Brennstoff zugeführt wird. Ursache und Wirkung sind klar zu unterscheiden. An der Börse sind charttechnische Indikatoren sehr beliebt. Der Kursverlauf und manchmal auch die Umsätze werden durch eine mathematische Formel geworfen und am Ende erhält man eine oszillierende oder sich langsam fortzeichnende Kurve. Indikatoren stellen also lediglich eine andere Visualisierung des Aktienkurses dar. Sie enthalten keine weiteren Informationen. Viele Marktteilnehmer versuchen aber absurderweise aus den zahlreichen Indikatoren neue Informationen herauszulesen. Das Prinzip von Ursache und Wirkung wird damit einfach auf den Kopf gestellt.

Ein guter Börsianer ist ein Börsen-Agnostiker. Er darf nicht glauben zu wissen, was er nicht weiß. Es ist wenig ratsam an einer Marktmeinung festzuhalten, wenn diese augenscheinlich nicht eintritt. Ein Tänzer wird nur dann eine gute Figur machen, wenn er sich dem Rhythmus der Musik anpasst. Ein Trader wird dementsprechend nur dann viel Geld verdienen, wenn der akzeptiert, dass die Börsen den Takt vorgeben. Er muss sich dem Wellengang der Finanzmärkte unterordnen und nicht versuchen dagegen anzukämpfen. Die meisten Marktteilnehmer - insbesondere die Profis - überschätzen Ihre Prognosefähigkeiten bei weitem. Sie glauben mit einfachen volkswirtschaftlichen Modellen Aussagen über den Konjunkturverlauf machen zu können oder nehmen für sich in Anspruch einen Weltkonzern wie DaimlerChrysler sinnvoll zu durchleuten.

So etwas ist nicht möglich. Sie können es sich einfach klar machen. DaimlerChrysler - um bei diesem Beispiel zu bleiben - ist ein weltweit operierender Konzern mit einem Jahresumsatz von etwa 150 Milliarden Euro. Die Gewinnentwicklung des Unternehmens hängt von so unglaublich vielen Faktoren ab, die unmöglich vorhergesagt werden können: Ein Konjunkturabschwung kann die die Menschen zu Kaufzurückhaltung zwingen. Streiks bei Zulieferern können die Autoproduktion unterbrechen. Die Billig-Preisoffensive eine Konkurrenten kann die eigene Produktreihe preislich auf einmal unattraktiv erscheinen lassen. Rückrufaktionen wegen fehlerhafter Bauteile können den Konzern zu kostspieligen Ausbesserungsarbeiten zwingen. Ich möchte damit einzig und allein verdeutlichen, dass es ungemein wichtig ist die eigene Urteilskraft niemals zu überschätzen. Meist ist es besser sich einzugestehen, dass manche Dinge nicht vorhersagbar sind.

Lenken Sie an dieser Stelle Ihre Aufmerksamkeit auf eine Aussage von N. Gregory Mankiw, einem anerkannten Lehrbuch-Autor der Harvard University: Wirtschaftliche Schwankungen sind unregelmäßig und nicht prognostizierbar. Der Begriff Konjunkturzyklus ist jedoch ein wenig irreführend, da er auf die Vorstellung anspielt, die konjunkturellen Schwankungen folgten einem regelmäßigen und vorhersehbaren Muster. Tatsächlich aber sind die Fluktuationen ganz und gar nicht regelmäßig, und man kann sie kaum mit einiger Treffsicherheit vorhersagen. Die Zahlen (er verweist auf ein Schaubild) machen es deutlich. Die Rezessionsphasen kehren - wie man sieht - weder in regelmäßigen Abständen noch mit gleicher Intensität wieder." Akzeptieren Sie also, dass es an der Börsen nicht für jede Frage eine passende Antwort gibt. Das sture Festhalten an einer Marktmeinung hat fast immer nur Verluste zufolge.

Die TradeCentre Philosophie beruht auf folgenden grundlegenden Annahmen:

* Eine fundamentale Einschätzung muss immer von der Charttechnik bestätigt werden. Wenn eine Aktie, die wir fundamental als vielversprechend einschätzen, ständig nur fällt, muss uns bei der Analyse ein wichtiger Faktor entgangen sein oder andere Marktteilnehmer verfügen über Informationen, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind.

* Kurse bewegen sich in Trends. Die Verhaltensweisen der Menschen sind immer die gleichen. Marktteilnehmer fühlen sich nur dann wohl, wenn ihre Meinungen von den Kursen bestätigt werden. . Ein Trend setzt sich deshalb mit höherer Wahrscheinlichkeit fort, als dass er sich umkehrt. Daraus können wir schließen, dass Kursverläufe rückgekoppelte Systeme darstellen.

* Die Geduld auf den richtigen Augenblick zu warten, entscheidet letztendlich über Erfolg und Misserfolg. Nicht jeder Tag, ist ein guter Tag, um Aktien zu kaufen. Wenn die großen Indizes hohes Korrekturpotential besitzen oder sich in Abwärtstrends bewegen, werden zwangsläufig die meisten Aktien fallen. Bisher ist es uns immer die gelungen die relevanten Wendepunkte an den Finanzmärkten zu erkennen.

Viel Spass mit unseren Angeboten wünscht
Simon Betschinger
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Anfang Dezember schrieb ich, dass nun der richtige Zeitpunkt sei, um ein Dollar-Bulle zu werden. Seitdem hat der Euro massiv an Wert verloren und eine nachhaltige Trendwende ist nicht in Sicht. Investoren flüchten in den Dollarraum.
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